Wohnhaus von Vonovia | Bildquelle: imago/Manngold

Immobilienkonzern Vonovia Wohngarantie für Mieter ab 70 Jahren

Stand: 16.05.2019 17:06 Uhr

Vonovia steht wegen überhöhter Mieten in der Kritik. Nun kündigt der Immobilienkonzern an, älteren Mietern ab 70 eine Wohngarantie zu geben. Der Deutsche Mieterbund hält das für einen "PR-Gag".

Deutschland größter Immobilienkonzern Vonovia reagiert mit einer Wohngarantie für ältere Mieter auf die wachsende Kritik an der Branche. "Wir geben Mietern ab 70 die Garantie, dass sie ihre Wohnungen nicht verlassen müssen", sagte Vorstandschef Rolf Buch den Nachrichtenagenturen dpa-afx und dpa vor der Hauptversammlung.

Vonovia sichere ihnen zu, "dass ihre Wohnung bei Veränderung der ortsüblichen Vergleichsmiete bezahlbar bleibt". Mieterorganisationen hatten beklagt, dass viele Rentner sich die steigenden Mieten für ihre Wohnungen kaum noch leisten könnten.

Konzern weist Kritik zurück

Nach Mieterprotesten war der Dax-Konzern bereits im vergangenen Jahr bei der Wohnungsmodernisierung auf die Bremse getreten. Durch Sanierungen soll es keine Mietaufschläge von mehr als zwei Euro je Quadratmeter geben.

Buch wies Kritik an der Höhe und der Ermittlung der Betriebskosten für die Vonovia-Wohnungen zurück. "Unser Kostenanteil an den Betriebskosten ist nicht gestiegen", sagte er. Es stimme nicht, "dass Vonovia an den Nebenkosten besonders viel Geld verdient".

Deutscher Mieterbund wittert "PR-Gag"

Der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes beurteilte die angekündigte Wohngarantie als "PR-Gag". "Weniger reden und mehr tun, das wäre unsere Botschaft", sagte Ulrich Roperz der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Vonovia-Chef Buch müsse klare Pläne vorlegen, wie die Wohnungen für ältere Mieter nach einer Modernisierung weiterhin bezahlbar bleiben könnten, wenn hinter der Ankündigung "nicht nur schöne Worte" stecken sollten.

Mehr Gewinn durch steigende Mieten

Steigende Mieten und Zukäufe im Ausland hatten Vonovia im Auftaktquartal 2019 deutlich mehr Gewinn beschert. Zudem profitierte Vonovia von geringeren Kosten bei der Bewirtschaftung der Wohnungen.

Konzernchef Buch hatte bei der Zahlenvorlage zugesichert, das Unternehmen werde sich an der Suche nach einer Lösung für die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt beteiligen. Forderungen nach einer Enteignung von Wohnungsunternehmen hatte Vonovia aber zurückgewiesen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16.Mai 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: