Das Logo von VW auf einem schwarzen Lenkrad | Bildquelle: AFP

Dieselskandal VW zahlt Milliarden-Bußgeld

Stand: 13.06.2018 18:38 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat wegen des Dieselskandals ein Bußgeld in Höhe von eine Milliarde Euro gegen Volkswagen verhängt. Der Konzern teilte mit, er stehe zu seiner Verantwortung.

Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen den Autobauer Volkswagen ein Bußgeld in Höhe von einer Milliarde Euro erlassen.

VW habe die Geldbuße nach eingehender Prüfung akzeptiert und werde keine Rechtsmittel dagegen einlegen, teilte der Konzern mit. Durch den Bußgeldbescheid werde das gegen Volkswagen laufende Ordnungswidrigkeitenverfahren beendet.

"Volkswagen akzeptiert das Bußgeld und bekennt sich damit zu seiner Verantwortung", teilte der Konzern mit. VW sehe darin einen weiteren wesentlichen Schritt zur Bewältigung der Krise.

Formal eine Ordnungswidrigkeit

Mit der Geldbuße werden nach Angaben des Unternehmens und der Staatsanwaltschaft Braunschweig "Aufsichtspflichtverletzungen" geahndet. Formal handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Die Buße setzt sich aus dem gesetzlichen Höchstbetrag von fünf Millionen Euro sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von 995 Millionen Euro zusammen, wie die VW erläuterte. Das Geld muss laut Staatsanwaltschaft innerhalb von sechs Wochen an das Land Niedersachsen gezahlt werden.

Volkswagen äußerte die Erwartung, "dass die Beendigung dieses Verfahrens auch erhebliche positive Auswirkungen auf weitere in Europa gegen die Volkswagen AG und ihre Konzerngesellschaften geführte behördliche Verfahren haben wird".

Milliardenstrafen bereits in den USA

Unter anderem laufen in Braunschweig Ermittlungen gegen frühere und aktuelle Manager - zum einen wegen des Anfangsverdachts des Betruges, zum anderen wegen Marktmanipulation. Anleger klagen außerdem auf Schadenersatz in Milliardenhöhe, weil die VW-Aktie nach Bekanntwerden des Skandals auf Talfahrt ging. Die Manager sollen die Finanzmärkte im Herbst 2015 zu spät über den Abgasskandal informiert haben. Der Konzern betonte stets, dies rechtzeitig getan zu haben.

Die Dieselaffäre war 2015 ins Rollen gekommen, als Volkswagen einräumen musste, in Millionen von Fahrzeugen eine Software zur Manipulation der Abgaswerte eingebaut zu haben. Der Konzern musste bereits wegen des Skandals in den USA Milliarden an Strafen zahlen. Der Skandal weitete sich auch auf andere Hersteller aus.

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