Niedersachsen, Hannover: Ein Pappaufsteller der Gewerkschaft Verdi mit der Aufschrift "Gebraucht. Geliefert. Gelackmeiert!?" steht auf dem Opernplatz an einer Laterne, während Beschäftige im öffentlichen Dienst im Warnstreik sind. | dpa

Öffentlicher Dienst Tarifstreit in der Verlängerung

Stand: 24.10.2020 13:39 Uhr

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten von Krankenhäusern, Kitas und Kommunalverwaltungen sind nach zwei Tagen in die Verlängerung gegangen. Bei Innenminister Seehofer macht sich vorsichtiger Optimismus breit.

Nach zwei Verhandlungstagen ohne greifbares Ergebnis werden die Tarifgespräche für den öffentlichen Dienst in Potsdam fortgesetzt. Verhandelt wird über das Einkommen von mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Aus Verhandlungskreisen hatte es nach den Gesprächen am Freitag geheißen, beide Seiten hätten sich langsam angenähert. Nun äußerte sich auch Bundesinnenminister Horst Seehofer am Rande der Verhandlungen über die Chancen einer Tarifeinigung an diesem Wochenende zuversichtlich. man befinde sich "auf der Zielgeraden". Allerdings ist auch ein Scheitern der Gespräche nicht ausgeschlossen.

Weitere Streiks?

Käme es zu einem Durchbruch, wären neue Streiks etwa in Kliniken, Rathäusern oder Kitas vom Tisch. Zu den Konfliktpunkten, die bislang auf den Verhandlungstisch kamen, zählt die lineare Erhöhung der Einkommen.

Ver.di und der Beamtenbund fordern bis Ende 2021 4,8 Prozent, monatlich jedoch mindestens 150 Euro mehr Geld. Das ursprüngliche Arbeitgeberangebot sah in drei Jahresstufen bis März 2023 insgesamt 3,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 30 Euro mehr pro Monat vor. Die Arbeitgeber bezifferten die zusätzliche Belastung der öffentlichen Kassen durch ihr Angebot auf insgesamt 4,8 Milliarden Euro während einer dreijährigen Tariflaufzeit bis 2023.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Oktober 2020 um 12:51 Uhr.