Ein Lufthansa-Flieger am Flughafen Köln Bonn. | picture alliance / Panama Pictur

Mittwoch und Donnerstag Ver.di ruft zum Lufthansa-Warnstreik auf

Stand: 25.07.2022 16:44 Uhr

Passagiere der Lufthansa müssen sich am Mittwoch auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat die etwa 20.000 Beschäftigten des Bodenpersonals der Airline zum Warnstreik aufgerufen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat die etwa 20.000 Bodenbeschäftigten der Lufthansa bundesweit zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Der Ausstand beginne Mittwochmorgen um 03.45 Uhr und ende am Donnerstag um 06.00 Uhr, teilte die Gewerkschaft mit.

Aufgerufen sind die Beschäftigten Lufthansa AG Boden, Lufthansa Technik, Lufthansa Cargo und anderen Töchtern des Konzerns an allen Lufthansa-Standorten, also etwa in Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln, Hamburg, München und Berlin. Zum Bodenpersonal gehören unter anderem Techniker und Logistiker, ohne deren Dienstleistungen die Flugzeuge nicht abheben können.

Ver.di fordert 9,5 Prozent mehr Lohn

Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen. In der zweiten Runde der Tarifverhandlungen Mitte Juli wurde kein Ergebnis erzielt. Ver.di hatte ein erstes Tarifangebot der Lufthansa als "unzureichend" abgelehnt. Nach Gewerkschaftsangaben hatte das Unternehmen bei den Verhandlungen in Hamburg Festbeträge und eine ergebnisabhängige Komponente bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten. Die Gewerkschaft fordert bei zwölf Monaten Laufzeit 9,5 Prozent mehr Geld.

Die Lufthansa bezeichnete den geplanten Ausstand als "unzumutbar" für Kunden und Beschäftigte. Die Pläne könnten kaum noch als Warnstreik bezeichnet werden, erklärte Personalvorstand Michael Niggemann laut einer Mitteilung. "Das ist umso unverständlicher, als die Arbeitgeberseite bereits hohe und sozial ausgewogene Vergütungserhöhungen angeboten hat - trotz der nach der Corona-Krise wirtschaftlich für die Lufthansa weiter angespannten Situation, hoher Schuldenlasten und unsicheren Aussichten für die Weltwirtschaft."

Ver.di-Verhandlungsführerin Christine Behle hatte erklärt, die Situation auf den Flughäfen eskaliere; die Überlastung der Beschäftigten aufgrund erheblichen Personalmangels, die hohe Inflation und ein dreijähriger Lohnverzicht setze die Beschäftigten immer mehr unter Druck: "Sie brauchen dringend mehr Geld, und sie brauchen Entlastung - für sich selber und für die Passagiere."

Die Verhandlungen sollen am 3. und 4. August in Frankfurt am Main fortgesetzt werden. Ver.di forderte von den Arbeitgebern ein "deutlich verbessertes, abschlussfähiges Angebot".

Kritik vom Arbeitgeberverband

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hält den angekündigten Warnstreik für unverhältnismäßig. "Hier wird der nachvollziehbare Urlaubswunsch der Menschen schamlos ausgenutzt, um einen Vorteil zu erlangen", erklärte Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter. In diesen Tagen der vielfältigen Krisen sei Kooperation das Gebot der Stunde.

Ver.di sei daher aufgefordert, von dem geplanten Streik beim Bodenpersonal der Lufthansa Abstand zu nehmen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Juli 2022 um 10:00 Uhr.