Dollarnoten | Bildquelle: REUTERS

US-Handelsbilanz Das Defizit wird größer, nicht kleiner

Stand: 06.12.2018 20:20 Uhr

US-Präsident Trump will das hohe Handelsdefizit seiner Landes eigentlich senken. Bislang klappt das nicht - ganz im Gegenteil. Bei China erreichte das Defizit sogar einen Allzeit-Rekord.

Das Defizit der US-Handelsbilanz ist entgegen den Zielen von Präsident Donald Trump auf den höchsten Stand seit zehn Jahren geklettert. Mit dem Rest der Welt hätten die USA im Oktober ein Handelsdefizit von 55,5 Milliarden US-Dollar verzeichnet, teilte das amerikanische Handelsministerium mit. Das ist das höchste Defizit seit Oktober 2008.

Für US-Präsident Trump ist das keine gute Nachricht. Eigentlich will er durch seine Handelspolitik und Strafzölle das Defizit im Außenhandel deutlich senken. Stattdessen liegt es nun aber gegenüber dem Zeitpunkt von Trumps Amtsantritt im Januar 2017 knapp neun Milliarden Dollar höher. Es war der fünfte Anstieg in Folge. Grund dafür waren Rekord-Importe, die um 0,2 Prozent auf 266,5 Milliarden Dollar zulegten.

Die Delegationen von Chinas Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump sitzen sich beim Abendessen in Buenos Aires gegenüber. | Bildquelle: AP
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Beim G20-Gipfel in Buenos Aires hatten China und die USA eine Entschärfung des Handelsstreits vereinbart.

Rekorddefizit auch im Handel mit China

Auch das politisch besonders heikle Handelsdefizit mit China kletterte um gut sieben Prozent auf 43,1 Milliarden Dollar und erreichte einen Rekord. Trump hatte mehrfach erklärt, sein Land werde von wichtigen Handelspartnern wie China ausgenutzt. Die USA haben deshalb Zölle gegen China, die EU und andere Wirtschaftsräume verhängt.

Im Konflikt zwischen den Regierungen in Washington und Peking gab es zuletzt aber versöhnliche Töne. Trump und sein chinesischer Kollegen Xi Jinping hatten am Wochenende beim G20-Gipfel in Buenos Aires vereinbart, die ursprünglich für Anfang Januar angedrohte nächste Runde von Strafzöllen zu stoppen und sich binnen 90 Tagen um eine Lösung des Handelsstreits zu bemühen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2018 um 17:00 Uhr in den Nachrichten.

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