Ein Container wird im Hafen von Savannah auf einen LKW verladen, USA.

US-Handelsstreit mit China Weitere Zölle in Kraft getreten

Stand: 01.09.2019 13:24 Uhr

Im Handelsstreit zwischen den USA und China werden angekündigte Zölle nun erhoben. Die USA verlangen Sonderabgaben unter anderem für Golfschläger und Fernseher. China setzte Importzölle für Nahrungsmittel in Kraft.

Im Handelsstreit mit China haben die US-Behörden neue Zölle in Kraft gesetzt. Seit Sonntagnacht gelten Abgaben von 15 Prozent auf chinesische Importwaren wie Fernseher, Windeln, Sportbekleidung und Sportartikel wie Golfschläger. Der Schritt markiert eine weitere Eskalation in dem von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften.

Die in Kraft getretenen Zölle haben nach Schätzungen von Experten ein Volumen von 112 Milliarden Dollar und dürften mittelfristig auch zu Preiserhöhungen für US-Verbraucher führen.

Mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft in den USA hatte der US-Präsident einen Teil der Zollrunde verschoben. Ursprünglich sollten alle im August angekündigten Strafzölle von Sonntag an gelten.

Ein Teil der Zölle kommt nun erst am 15. Dezember. Dann werden 15 Prozent auf weitere Konsumgüter aus China im Wert von rund 160 Milliarden US-Dollar fällig. Erfasst sind Produkte wie Smartphones, Laptops und Kleidung.

Ab 1. September gelten weitere Zölle auf Importwaren aus China, unter anderem auf Turnschuhe. | Bildquelle: dpa
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Ab 1. September gelten weitere Zölle auf Importwaren aus China, unter anderem auf Turnschuhe.

Nächste Zollrunde ab 1. Oktober

Am 1. Oktober folgt die nächste Runde: Bereits eingeführte Zölle in Höhe von 25 Prozent sollen auf 30 Prozent angehoben werden. Die von Trump bisher verhängten Zölle auf Industriegüter und Maschinen im Wert von rund 250 Milliarden US-Dollar führten zu Mehrkosten bei Unternehmen, aber nicht direkt bei Verbrauchern.

Als Reaktion setzte China ebenfalls neue Sonderabgaben in Kraft. Der chinesische Zoll gab die Höhe der zusätzlichen chinesischen Zölle auf Einfuhren aus den USA mit fünf und zehn Prozent an. Es ist der erste Teil von Strafzöllen auf solche Importe aus den USA mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar (67,74 Mrd Euro). Der zweite Teil folgt ebenfalls am 15. Dezember.

Die chinesischen Gegenzölle treffen unter anderem amerikanische Bauern. Zehn Prozent werden von Sonntag an zusätzlich auf Importe von Fleisch, Gemüse wie Mais und Kartoffeln, Obst, Meeresfrüchte, Kleidung und Lederwaren erhoben. Weitere fünf Prozent entfallen auf Sojabohnen, Milchprodukte, Pilze und Chemikalien.

USA: Zölle belasten nur chinesische Firmen und die Regierung

Seit rund eineinhalb Jahren überziehen sich beide Länder gegenseitig mit Sonderabgaben. Trump beklagt das immense Handelsdefizit mit China und wirft dem Land vor, mit Billigprodukten die US-Märkte zu überschwemmen. Er fordert daher eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen.

Die US-Regierung argumentiert, dass die Zölle einzig die chinesischen Firmen und die Regierung in Peking belasten. Wirtschaftsexperten gehen aber davon aus, dass durch die ständigen Zölle und Gegenzölle und das damit verbundene steigende Preisniveau in den USA vor allem die US-Firmen und letztlich die Verbraucher in den USA unter dem Konflikt leiden.

In den USA grassiert bereits die Furcht vor einer Rezession. Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt schürt aber auch weltweit die Ängste vor einem Konjunktureinbruch.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. September 2019 um 10:23 Uhr.

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