Hände von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping | Bildquelle: REUTERS

Handelsstreit USA und China gehen aufeinander zu

Stand: 13.09.2018 12:11 Uhr

Es sind vorsichtige Signale der Annäherung: Die USA und China wollen sich offenbar treffen, um den Handelsstreit zu beenden. Gespräche seien besser, als nicht zu sprechen, heißt es aus dem Weißen Haus.

Im Handelsstreit zwischen den weltgrößten Volkswirtschaften USA und China zeichnet sich eine Entspannung ab. Beide Seiten wollen neue Gespräche zur Lösung des Konflikts aufnehmen. Die USA hätten eine chinesische Delegation eingeladen, bestätigte der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow.

"Es gibt Informationen, wonach die Spitze der chinesischen Regierung Gespräche führen will", sagte Kudlow dem Sender "Fox Business". Er glaube, "dass Gespräche in den meisten Fällen besser sind als nicht zu sprechen, also sehe ich das als ein Plus an." Der Vorschlag zu solch einem Treffen kam demnach von US-Finanzminister Steven Mnuchin. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge schlug Mnuchin direkte Gespräche auf Ministerebene vor.

Erst scharfe Rhetorik, jetzt Gesprächsangebot

Der Schritt kommt überraschend. Erst in der vergangenen Woche hatte Trump damit gedroht, den Druck auf China weiter zu erhöhen. Er sprach von möglichen weiteren Zöllen auf Güter im Wert von 267 Milliarden US-Dollar - zusätzlich zu den zuvor angedrohten Zöllen auf Güter im Wert von 200 Milliarden Dollar. In Kraft sind aktuell US-Sonderzölle auf chinesische Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar. Auch auf Stahl- und Aluminiumimporte gelten Zölle. China reagierte mit Zöllen auf US-Waren in gleichem Wert.

Peking zeigt sich aufgeschlossen

Die chinesische Regierung begrüßte das Angebot aus Washington. "Die chinesische Seite hat in der Tat eine Einladung der USA erhalten. Beide Seiten beraten derzeit über die Details", erklärte Außenamtssprecher Geng Shuang. Man glaube, "dass eine Eskalation des Handelskonflikts in niemandes Interesse ist".

Trump stört sich am Defizit der USA im Handel mit China. Er warf dem Land mehrfach vor, geistiges Eigentum zu stehlen und die Währung abzuwerten.

Die Sonderzölle sind allerdings auch innerhalb der USA umstritten. In ihrem aktuellen Konjunkturbericht verwies die Notenbank Fed darauf, dass einige US-Unternehmen wegen der Handelskonflikte Investitionen zurückgefahren oder verschoben hätten. Kritik an Trumps Handelspolitik kam zuletzt unter anderem von Technologieunternehmen. In den vergangenen Monaten liefen bereits Gespräche zwischen den USA und China - allerdings ohne Ergebnis.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. September 2018 um 09:00 Uhr.

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