Leere Stühle mit Namen von Personen, die während der Corona-Pandemie ihre Arbeit verloren haben | Bildquelle: AP

Zahlen für Dezember Böse Überraschung am US-Arbeitsmarkt

Stand: 08.01.2021 15:42 Uhr

Es sind die letzten US-Arbeitsmarktdaten unter Präsident Trump, die jetzt veröffentlicht wurden - und sie zeigen die Folgen der Corona-Krise: Im Dezember gingen 140.000 Jobs verloren, der erste Rückgang seit April.

Auf dem US-Arbeitsmarkt sind zum Jahresende 2020 überraschend Stellen gestrichen worden. Im Dezember gingen 140.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft verloren, wie die Regierung von Präsident Donald Trump mitteilte.

Es war der erste Rückschlag am Arbeitsmarkt seit April. Die Arbeitslosenquote verharrte damit im Dezember unverändert bei 6,7 Prozent. Der Rückgang spiegele den Anstieg der Corona-Infektionen und der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wider, hieß es.

Abschwung im November bereits absehbar

Im November war die Verlangsamung des Aufschwungs in der weltgrößten Volkswirtschaft bereits erkennbar gewesen, die Arbeitslosenquote war nur noch leicht um 0,2 Prozentpunkte gesunken. Ende Dezember bezogen mehr als 19 Millionen Menschen eine Form von Arbeitslosenhilfe. Ein Jahr zuvor waren es nur 1,8 Millionen Menschen gewesen.

Die anhaltende Corona-Pandemie hat die USA in eine schwere Krise gestürzt. Vor deren Zuspitzung im März lag die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent, dem niedrigsten Wert seit Jahrzehnten. Die Pandemie hat die USA weiter fest im Griff, eine Besserung scheint nicht in Sicht.

Im Durchschnitt gab es in der vergangenen Woche täglich rund 220.000 gemeldete Neuinfektionen und fast 3000 mit der Erkrankung Covid-19 zusammenhängende Todesfälle. Am Donnerstag meldeten die US-Behörden erstmals mehr als 4000 Tote.

Biden will weitere Konjunkturprogramme

Der künftige Präsident Joe Biden hat klargestellt, dass er weitere Konjunkturprogramme anstreben wird, um die Krise zu überwinden. Der Kongress hatte zuletzt Ende Dezember ein Paket im Umfang von rund 900 Milliarden US-Dollar (rund 733 Milliarden Euro) verabschiedet, mit dem unter anderem auch die Arbeitslosenhilfe ausgeweitet und verlängert wurde.

"Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Die Politik wird um weitere Hilfen für Arbeitslose nicht herumkommen", konstatierte Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe.

Da viele Jobs durch die Corona-Krise auch dauerhaft verloren seien, würden sich strukturelle Probleme verfestigen.

Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell am 08. Januar 2021 um 18:40 Uhr.

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