Lufthansa-Maschinen stehen bei Schweinwerferlicht auf einem Vorfeld | Bildquelle: AFP

Tarifkonflikt bei Lufthansa UFO stoppt Streikpläne

Stand: 20.01.2020 14:37 Uhr

Lufthansa-Reisende können aufatmen: Anders als am Wochenende angekündigt, sieht UFO vorerst von neuen Streiks ab. Die Flugbegleitergewerkschaft gab bekannt, ihre Planungen für einen Arbeitskampf gestoppt zu haben.

Bei der Lufthansa droht vorerst doch kein Streik der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Diese brach nach eigenen Angaben ihre Vorbereitungen für den Arbeitskampf ab, nachdem die Lufthansa einen neuen Vorstoß zur Lösung des Tarifkonflikts unternommen hatte.

"Um diesem Versuch eine ernsthafte Chance zu geben, haben wir erst einmal bei allen Vorbereitungen zu Streiks auf Pause gedrückt und werden über die Inhalte des Lufthansa-Vorschlags nicht öffentlich diskutieren", erklärte UFO-Vize Daniel Flohr. Zum Inhalt der neuerlichen Annäherung machten beide Seiten keine Angaben, da noch Details ungeklärt seien.

Ergebnislose Verhandlungen

Am Wochenende hatte UFO noch angekündigt, die Flugbegleiter ein weiteres Mal dazu aufzurufen, ihre Arbeit niederzulegen. Zuvor war auch der dritte Versuch zwischen Fluggesellschaft und Gewerkschaft gescheitert, in die Schlichtung mit zusätzlicher Mediation zu tariffremden Fragen einzusteigen. Daraufhin hatte UFO angekündigt, auch unbefristete Streiks rechtlich zu prüfen.

In dem Konflikt hat UFO seit Oktober bereits drei Mal bei Flugbetrieben des Lufthansa-Konzerns Streiks organisiert. Rund 2000 Flüge fielen bislang aus.

Es geht um Grundsätzliches

Der Konflikt zwischen Lufthansa und UFO eskalierte, weil es neben reinen Tariffragen wie Zuschlägen oder Teilzeitregeln um einen Grundsatzstreit geht. Nach Rücktritten und Krach im UFO-Vorstand hatte das Unternehmen die Tariffähigkeit der Gewerkschaft bestritten. Ein Gerichtsverfahren dazu wurde im November zwar zurückgezogen.

Doch andere Rechtsstreitigkeiten zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft sowie mit dem mittlerweile fristlos gekündigten Baublies laufen weiter. In dieser Gemengelage konnten auch die designierten Schlichter, Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck und der frühere Chef der Bundesarbeitsagentur Frank-Jürgen Weise, die Kontrahenten nicht an den Verhandlungstisch bringen.

Auch auf das Verfahren einer Mediation, mit dem die nicht-tariflichen Streitpunkte gelöst werden sollten, konnten sich Lufthansa und UFO nicht einigen. Knackpunkt dabei war, dass UFO die geforderte verbindliche Friedenspflicht nicht zusagen wollte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Januar 2020 um 16:00 Uhr.

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