Foto von Elon Musk auf einem Smartphone, das auf Papier-Logos des Kurznachrichtendienstes Twitter liegt | REUTERS

Twitter verklagt Milliardär Musk-Rückzug "ungültig und unrechtmäßig"

Stand: 12.07.2022 11:04 Uhr

Nach dem Rückzug Elon Musks von der geplanten Twitter-Übernahme will der Kurznachrichtendienst den US-Milliardär verklagen und die Übernahme zum gebotenen Preis erzwingen. Musks Absage sei "ungültig und unrechtmäßig".

Der Kurznachrichtendienst Twitter bereitet sich auf eine juristische Auseinandersetzung mit US-Milliardär Elon Musk vor. Dabei geht es um dessen Versuch, die Übernahme des Online-Dienstes abzublasen. Die Twitter-Anwälte hielten in einem Brief an Musks Rechtsvertreter fest, seine Aufkündigung des Deals sei aus Sicht des Unternehmens "ungültig und unrechtmäßig". Twitter habe - anders als von Musk behauptet - nicht gegen die Übernahmevereinbarung verstoßen, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Schreiben. Hingegen verletze Musk mit seinem Rückzieher die Übereinkunft wissentlich und absichtlich. Twitter will deshalb nun am offiziellen Sitz des Unternehmens im Bundesstaat Delaware vor Gericht gehen und Musk zwingen, den Kauf zum vereinbarten Preis abzuschließen.

Musk hatte am Freitag mitgeteilt, dass er von der Vereinbarung zum Kauf von Twitter für rund 44 Milliarden Dollar zurücktrete. Zur Begründung verwies er auf seine bisher nicht belegten Behauptungen, dass Twitter deutlich mehr Fake-Accounts habe als die vom Unternehmen stets genannte Schätzung von weniger als fünf Prozent. Seine Anwälte führten unter anderem an, Twitter sei seiner Pflicht aus dem Vertrag nicht nachgekommen, Musk den nötigen Datenzugang zur Überprüfung der Zahlen bereitzustellen.

Hat sich Musk verzockt?

Beobachter halten die von Musk genannten Gründe für unbegründet. Vielmehr könnte dieser nach den jüngsten Kursverlusten von Technologieaktien zu dem Schluss gekommen sein, zu viel Geld für Twitter auf den Tisch legen zu müssen.

Die Twitter-Aktien waren zu Wochenbeginn nach der Absage von Musk um acht Prozent auf 33,98 US-Dollar eingebrochen. Die Marktkapitalisierung lag damit nur noch bei gut 26 Milliarden Dollar. Musk und die Twitter-Führung hatten sich gegen Ende April auf einen Preis von 54,20 Dollar je Aktie geeinigt. Bereits Anfang April war bekannt geworden, dass Musk mit einem Anteil von 9,2 Prozent zum größten Aktionär von Twitter geworden war.