Maschinen des Reiseanbieters TUI stehen Anfang Mai auf einem Rollfeld in Hannover. | Bildquelle: REUTERS

Urlaub trotz Corona-Krise TUI will Ende Juni wieder nach Mallorca

Stand: 23.05.2020 12:34 Uhr

Der schwer von der Corona-Krise getroffene Reisekonzern TUI will bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchführen - auch nach Mallorca. Auch für andere Länder in Europa ist TUI optimistisch.

Der Tourismus zählt zu den von der Corona-Krise am härtesten getroffenen Branchen. Inzwischen zieht das Geschäft der Reiseveranstalter wieder an - vor allem für Deutschland. Aber auch die Hoffnung auf einen Sommerurlaub in Europa wächst.

Der Reiseanbieter TUI will in einem Monat wieder nach Mallorca und zu anderen Zielen fliegen. "Ab Ende Juni wollen wir pünktlich zu den Sommerferien wieder fliegen", sagte Vorstandschef Fritz Joussen der "Rheinischen Post.

Eine Passantin mit Mund-Nasenschutz geht an einem TUI-Reisebüro vorbei. | Bildquelle: dpa
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TUI will nach Angaben von Vorstandschef Joussen ab Ende Juni wieder Reisen nach Mallorca anbieten.

"Wir wollen Mitte/Ende Juni den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen. Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien, Bulgarien sind ebenfalls sehr gut vorbereitet. Die Hotel-Saison soll dort spätestens am 1. Juli starten."

Das Unternehmen spreche wie das Auswärtige Amt auch mit der Türkei, führte Joussen aus. "Es wird eine Dynamik der Öffnungen geben, weil es keinen Grund für einen dauerhaften Lockdown des Tourismus gibt."

Joussen rechnet zudem mit günstigen Preisen. "Grundsätzlich haben alle Länder viel freie Kapazität 2020. Das sorgt für günstige Angebote. Aber einige Regionen wie Deutschland sind jetzt in den ersten Wochen besonders begehrt, da sieht es also umgekehrt aus."

TUI-Chef fordert Rettungsschirm für Reisebüros

Zugleich forderte Joussen einen Rettungsschirm für Reisebüros. "Viele mittelständische Betriebe halten das nicht mehr lange durch. Dafür sind die Margen für Veranstalter und Reisebüros zu gering. Ich unterstütze eine nicht rückzahlbare Übergangshilfe für die Reisebüros", sagte er. 

Europas größtes Tourismusunternehmen ist von den weltweiten Reisebeschränkungen und Reisewarnungen von der Corona-Krise schwer getroffen. Infolge der plötzlichen Finanznot nach dem Geschäftseinbruch bewilligte die Bundesregierung einen Überbrückungskredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Das Unternehmen kündigte zudem an, weltweit 8000 Stellen zu streichen.

Weiterer Hilfsantrag nicht ausgeschlossen

Joussen schloss gegenüber der "Rheinischen Post" einen weiteren Hilfsantrag bei der KfW nicht aus. "Wir haben durch den Staatskredit die Liquidität für die kommende Zeit gesichert und die Kosten um 70 Prozent gesenkt", sagte er. Nach dem Ende der Reisewarnung Mitte Juni geht es jetzt darum, Reisen zu verkaufen. "Aber natürlich müssen wir für alle Szenarien vorbereitet sein, niemand weiß, wie lange diese Krise die Tourismus-Industrie noch treffen wird.

Nach Lockerung der Reisebeschränkungen und wachsender Hoffnung auf Sommerurlaub in Europa hatten erste Veranstalter wieder von steigender Nachfrage berichtet. "Seitdem die deutschen Ferienregionen wieder verfügbar sind, sehen wir eine große Nachfrage an den Küsten und Bergen", sagte ein TUI-Sprecher der dpa vor wenigen Tagen. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seien einige Termine um die Maifeiertage sowie die Hochsommerwochen bereits ausgebucht. Kräftige Zuwächse habe es auch für Süddeutschland gegeben, teilweise von über 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Schauinsland-Reisen berichtete von anziehender Nachfrage für die Wintersaison 2020/21 ab Anfang November. Die Anzahl der tagesaktuellen Neubuchungen für die Sommersaison sei derzeit dagegen noch verhalten. Das Unternehmen ist jedoch zuversichtlich, "dass die europäischen Grenzöffnungen kurzfristig – also auch für die Sommerferien - die Nachfrage ankurbeln werden".

Bundesaußenminister Heiko Maas und seine Amtskollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen wollen auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen bis zum Sommerbeginn hinarbeiten. Maas will die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reisewarnung für deutsche Touristen zunächst nur für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. Mai 2020 um 07:03 Uhr und 07:43 Uhr.

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