Container mit der Aufschrift China Shipping im Containerhafen in Shanghai (China). | Bildquelle: dpa

Handelsstreit USA drohen China mit weiteren Zöllen

Stand: 19.06.2018 03:16 Uhr

Im Handelsstreit zwischen den USA und China hat US-Präsident Trump die Vorbereitung neuer Zölle angekündigt. Es geht um Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar. China drohte wiederum mit Gegenmaßnahmen.

US-Präsident Donald Trump hat China mit weiteren Strafzöllen auf Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar gedroht. Er habe seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer angewiesen, eine Liste entsprechender Güter zusammenzustellen, teilte das Weiße Haus mit.

Der Schritt sei eine Vergeltungsmaßnahme, so Trump. Die neuen Zölle von zehn Prozent sollten in Kraft treten, wenn die chinesische Regierung sich weigere, ihre Vorgehensweise zu ändern, und wie angekündigt mit ihren Zöllen Ernst mache, erklärte der US-Präsident.

Nach der Ankündigung gab der Dollar in Fernost zum Yen nach, die Börse in Tokio eröffnete im Minus. Die Furcht vor einem ausgewachsenen US-chinesischen Handelskrieg hatte zuvor den Aktienmarkt in New York belastet.

Zölle folgen auf Zölle

"Diese Zölle werden nach dem Abschluss des juristischen Prozesses dann in Kraft treten, wenn China sich weigert, seine Praktiken zu ändern und auch wenn es darauf besteht, seine jüngst angekündigten neuen Zölle umzusetzen," so Trump.

Sollte China als Reaktion auf den neuen US-Schritt selbst wiederum neue Zölle verhängen, würden die USA "mit zusätzlichen Zöllen auf weitere 200 Milliarden Dollar an Waren" antworten. Ursprünglich hatte Trump angekündigt, auf chinesische Reaktionen auf die US-Zölle mit Maßnahmen zu antworten, die sich auf 100 Milliarden Dollar summieren würden.

China kündigt Vergeltung an

China drohte den USA mit Vergeltung. "Die Vereinigten Staaten initiieren einen Handelskrieg und verletzten die Gesetze des Marktes", sagte ein Sprecher des Pekinger Handelsministeriums. Verhalten sich die USA weiterhin "irrational, würden "entschlossene Gegenmaßnahmen folgen". Chinas Antwort bestehe darin, die Interessen des Landes und seiner Bürger zu wahren und zu schützen.

Vor allem das "Made in China 2025"-Programm betroffen

Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt schaukelt sich immer weiter hoch. Die USA hatten zunächst Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt. Dann ordnete Trump Zölle von 25 Prozent auf mehr als 800 chinesische Waren an - darunter Autos sowie Industrie- und High-Tech-Güter. Das Volumen beläuft sich auf 50 Milliarden Dollar.

Die Maßnahme richtet sich nach Angaben des US-Präsidialamts auf Waren aus dem strategischen "Made in China 2025"-Programm, mit dem die Volksrepublik ihre Wirtschaft ankurbeln wolle, "aber das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten und vieler anderer Länder schädigt".

China reagierte mit der Ankündigung von eigenen Zöllen von 25 Prozent auf 659 US-Produkte wie Fleisch, Gemüse, Soja, Whiskey, Tabak und Autos. Auch hier beträgt das Volumen 50 Milliarden Dollar.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Juni 2018 um 05:08 Uhr.

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