Kunden kaufen in einem Walmart Supercenter in Houston im US-Bundesstaat Texas ein. | Bildquelle: AP

Handelsstreit mit China "Beide Seiten werden zahlen"

Stand: 13.05.2019 16:06 Uhr

China und die USA bleiben im Handelsstreit unnachgiebig. Dennoch gibt sich vor allem Trump selbstbewusst. Die Folgen des Konflikts spüren die US-Verbraucher aber jetzt schon. Das räumt sogar Trumps Wirtschaftsberater ein.

Nach Darstellung von US-Präsident Trump läuft im Handelsstreit mit China alles nach Plan. "Wir sind genau dort, wo wir mit China sein wollen", twitterte er.

Auch die chinesische Regierung gibt sich selbstbewusst: "China wird niemals externem Druck nachgeben", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang. Die Volksrepublik habe das Selbstbewusstsein und auch die Möglichkeiten, seine legitimen Rechte zu verteidigen. Inzwischen schaffte sie auch Fakten und kündigte ihrerseits weitere Zölle an.

Waschmaschine kostet 86 Dollar mehr

Die Kosten des Handelsstreits machen sich vor allem bei den Verbrauchern in den USA bemerkbar. Der Grund: Da US-Zölle nicht von der chinesischen Regierung oder Firmen mit Sitz in China gezahlt werden, sondern von Importeuren chinesischer Güter.

Das sind in der Regel US-Firmen oder in den USA registrierte Töchter ausländischer Unternehmen. Diese reichen die Kosten wiederum häufig an ihre Kunden weiter, die überwiegend Hersteller und Verbraucher in den USA sind.

Bereits jetzt müssen Verbraucher für zahlreiche Produkte tiefer in die Tasche greifen. "Die Zölle werden von amerikanischen Firmen und Konsumenten bezahlt, nicht von China", sagt David French vom Einzelhandelsverband National Retail Federation in Washington. Laut einer Studie der Universität von Chicago und der New Yorker Fed erhöhte sich der Preis für eine Waschmaschine im vergangenen Jahr um durchschnittlich 86 Dollar. Ein Trockner kostet inzwischen 92 Dollar mehr.

Eine versteckte Steuererhöhung

Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow räumte ein, dass die erhöhten US-Zölle auf Waren aus China beide Länder beeinträchtigen. "Tatsächlich werden beide Seiten zahlen", sagte er dem Sender Fox News. Auch US-Bürger müssten die Importzölle bezahlen. Die aktuelle Handelspolitik wirke wie eine versteckte Steuererhöhung.

Larry Kudlow | Bildquelle: REUTERS
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Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow räumte ein, dass die erhöhten US-Zölle auf Waren aus China beide Länder beeinträchtigen.

Außerdem widersprach Kudlow früheren Aussagen des Präsidenten, wonach Geld aus China fließe und direkt dem amerikanischen Staat zugutekomme. China zahle die auferlegten Zölle bisher nicht, räumte Kudlow ein.

Nach Kudlows Einschätzung sollte die US-Wirtschaft jedoch in der Lage sein, sich zu behaupten. "Wir sind in einer großartigen Verfassung, um 20 und mehr Jahren unfairer Handelspraktiken mit China zu korrigieren." Dieses Risiko könnten die USA eingehen ohne die Wirtschaft in nennenswerter Weise zu schädigen.

Trump macht Druck und droht

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt überziehen sich seit mehr als einem Jahr gegenseitig mit Strafzöllen. Am Freitag war eine Zollerhöhung von zehn auf 25 Prozent für chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar in Kraft getreten. Der Handelskonflikt belastet die Finanzplätze weltweit und schürt Sorgen vor einem globalen Konjunktureinbruch.

Ungeachtet des wirtschaftlichen Unsicherheiten twitterte Trump, die USA hätten "keinen Grund zur Eile". Dennoch forderte er die Regierung in Peking auf, besser jetzt zu handeln und nicht bis nach der US-Präsidentenwahl 2020 zu warten - er werde diese nämlich gewinnen. Ein Abkommen werde "viel schlimmer", wenn es in seiner zweiten Amtszeit verhandelt werde, schrieb Trump.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Mai 2019 um 12:00 Uhr in der Börse.

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