TikTok-App | Bildquelle: picture alliance/dpa

Chinesische Video-App Microsoft bestätigt Interesse an TikTok

Stand: 03.08.2020 04:31 Uhr

Die US-Regierung will die zum chinesischen Konzern ByteDance gehörende App TikTok eigentlich verbieten, doch nun bahnt sich eine Wende an. Erstmals bestätige Microsoft, die Videoplattform übernehmen zu wollen.

Ein Übernahmemanöver des Software-Giganten Microsoft könnte das von US-Präsident Donald Trump angedrohte Verbot der Videoplattform TikTok womöglich doch noch verhindern.

Microsoft bestätigte erstmals, den Zukauf des US-Geschäfts von TikTok anzustreben. Konzernchef Satya Nadella und Trump hätten sich darüber ausgetauscht, nun wolle Microsoft weitere Gespräche mit dem chinesischen TikTok-Eigentümer ByteDance führen. Ziel sei es, bis zum 15. September einen Deal zu vereinbaren.

ByteDance steht unter hohem Druck, TikToks US-Geschäft zu verkaufen, da Trump wegen Sicherheitsbedenken ein Verbot der beliebten App in den Vereinigten Staaten angekündigt hat. Die US-Regierung fürchtet, dass über TikTok Daten von US-Bürgern in die Hände der chinesischen Kommunistischen Partei geraten.

Trump will Chinas Einfluss in den USA verringern

Trump will Pekings Einfluss in den USA mit aller Macht zurückdrängen, auch andere chinesische Konzerne wie die Telekom-Riesen Huawei und ZTE bekamen dies schon zu spüren.

Sollte jedoch ein US-Unternehmen TikToks Geschäft in den Vereinigten Staaten übernehmen, so könnte die App dort weiter eine Zukunft haben. ByteDance bemüht sich deshalb schon länger, seine internationale Plattform von der chinesischen Version zu trennen.

Über ein Interesse von Microsoft hatten US-Medien bereits am Freitag berichtet. Danach äußerte sich Trump jedoch zunächst ablehnend und bekräftigte seine Verbotsabsicht. Nun meldete sich Microsoft erstmals offiziell zu Wort.

Satya Nadella | Bildquelle: picture alliance / newscom
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Microsoft-Vorstandschef Nadella und Präsident Trump haben sich über TikTok ausgetauscht.

Gespräche zwischen Trump und Microsoft

Der Konzern erklärte, die Einwände Trumps ernstzunehmen, den Übernahmeplan aber nach dem Gespräch zwischen Vorstandschef Nadella und dem Präsidenten weiter zu verfolgen. Das deutet auf ein Entgegenkommen Trumps und eine mögliche Einigung hin.

Zuvor hatte das "Wall Street Journal" noch unter Berufung auf Insider berichtet, dass die Verhandlungen zwischen Microsoft und ByteDance wegen des Widerstands aus dem Weißen Haus vorerst gestoppt worden seien. Trump selbst reagierte zunächst nicht auf die Microsoft-Mitteilung. Sein Finanzminister Steven Mnuchin hatte zuvor lediglich gesagt, es herrsche überparteilich Einigkeit darüber, dass TikTok nicht in der jetzigen Form in den USA bestehen bleiben könne.

Microsoft streckt Fühler nach Tiktok aus
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
03.08.2020 07:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. August 2020 um 09:00 Uhr.

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