Logo des Konzerns Thyssenkrupp | Bildquelle: REUTERS

Abstieg nach 31 Jahren Thyssenkrupp fliegt aus dem DAX

Stand: 04.09.2019 23:52 Uhr

Nach 31 Jahren im deutschen Leitindex muss der Stahlkonzern Thyssenkrupp den DAX verlassen. Er gehört künftig nicht mehr zu den 30 wichtigsten Börsenwerten und wird durch MTU ersetzt.

Der Traditionskonzern Thyssenkrupp zählt nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen in Deutschland. Nach 31 Jahren muss das DAX-Gründungsmitglied den deutschen Leitindex verlassen, wie die Deutsche Börse am Abend mitteilte. Stattdessen gehört am dem 23. September der Triebwerksbauer MTU dem DAX an.

"Unsere Performance war zu schwach"

Thyssenkrupp-Vorstandschef Guido Kerkhoff | Bildquelle: REUTERS
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Thyssenkrupp-Chef Kerkhoff bedauert den DAX-Abstieg, hat aber derzeit ganz andere Sorgen.

Der Abstieg aus der Topliga der Börsenwerte bedeutet für den mehr als 200 Jahre alten Industrie- und Stahlkonzern Thyssenkrupp einen Prestigeverlust. "Dass uns der Abstieg aus dem DAX enttäuscht, steht außer Frage", sagte Vorstandschef Guido Kerkhoff zum Ausscheiden. "Man muss aber auch ehrlich sein: Unsere Performance war zu schwach, daher ist der Gang in den M-DAX die logische Konsequenz."

Thyssenkrupp kämpft mit hohen Verlusten, steigenden Schulden und ist im Visier der Ratingagenturen. Die als Befreiungsschlag geplante Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata wurde von der EU untersagt. Kerkhoff sagte daraufhin auch die Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige Unternehmen ab.

Der Aktienkurs des Unternehmens ist seit längerer Zeit auf Talfahrt und notiert nur noch bei etwa elf Euro - weit entfernt von seinen besten Zeiten, als das Papier über 40 Euro wert war.

Börsengang oder Verkauf der Aufzugssparte geplant

Um Einnahmen für eine Neuaufstellung des Konzerns zu bekommen, setzt Kerkhoff nun auf einen Börsengang oder Verkauf der milliardenschweren Aufzugssparte. Ihr Wert wird von Analysten deutlich höher eingeschätzt als der des gesamten Konzerns mit seinen weltweit rund 160.000 Mitarbeitern.

Für die Beschäftigten von Thyssenkrupp hat der Abstieg aus dem DAX keine direkten Folgen. Sie sind allerdings vom Umbau des Konzerns betroffen, bei dem 6000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, davon 4000 in Deutschland.

Wichtig sind Änderungen der Zugehörigkeit zu bestimmten Börsenindizes vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETF). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

"Nicht schön" - Reaktionen Thyssenkrupp auf DAX-Rauswurf
Jörg Marksteiner, WDR
05.09.2019 07:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. September 2019 um 23:00 Uhr.

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