ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger | Bildquelle: dpa

Stahlkonzern im Umbau ThyssenKrupp-Chef kündigt Rücktritt an

Stand: 05.07.2018 19:31 Uhr

Mitten in der geplanten Fusion mit dem Rivalen Tata hat ThyssenKrupp-Chef Hiesinger seinen Rücktritt angekündigt. Grund könnten Differenzen mit dem Aufsichtsrat über die Fusion sein.

Der Vorstandsvorsitzende des Stahlkonzerns ThyssenKrupp steht vor dem Abgang. Heinrich Hiesinger habe den Aufsichtsrat um Gespräche gebeten, die zur Auflösung seines Mandats führen sollen, teilte das Unternehmen in Essen mit. Am Freitag werde der Aufsichtsrat über das Gesuch beraten, hieß es weiter in der Pressemitteilung des Dax-Konzerns.

Schlechte Bilanz

Gründe für den Entschluss Hiesingers nannte Thyssenkrupp zunächst keine. Hiesinger ließ in seiner Erklärung aber durchblicken, dass es Differenzen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat über den Kurs des Industriekonzerns gab. Voraussetzung für eine "erfolgreiche Unternehmensführung" sei "ein gemeinsames Verständnis von Vorstand und Aufsichtsrat über die strategische Ausrichtung des Unternehmens", erklärte er. Zudem war der Aktienwert des Unternehmens seit Hiesingers Berufung deutlich gesunken. Spekulationen über seinen Weggang gab es seit längerem.

Der Aktienkurs von ThyssenKrupp reagierte in einer ersten Reaktion positiv. Der Manager stand seit 2011 an der Spitze des Essener Industriekonzerns, der einen tief greifenden Umstrukturierungsprozess durchläuft. ThyssenKrupp hatte erst kürzlich seine Stahlsparte in ein Joint Venture mit dem indischen Rivalen Tata Steel eingebracht.

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger und Tata Steel- Chef Chandrasekaran | Bildquelle: REUTERS
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ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger und Tata Steel- Chef Chandrasekaran besiegelten die Fusion der Stahlunternehmen.

Hiesinger unter Druck

Dabei war Hiesinger zuletzt immer wieder unter Druck geraten. Anteilseigner wie der US-Hedgefonds Elliott oder Cevian Capital forderten mehr Tempo bei dem seit langem angekündigten Umbau. Hiesinger wollte eigentlich in der kommenden Woche dem Aufsichtsrat seine Strategiepläne für den Mischkonzern präsentieren.

Das neue Unternehmen wird mit etwa 17 Milliarden Euro Umsatz und rund 48.000 Beschäftigten der zweitgrößte Stahlkonzern Europas sein. Thyssenkrupp und Tata sollen sich zunächst mit je 50 Prozent beteiligen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juli 2018 um 19:00 Uhr.

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