Das Infobrett für Kunden von Thomas Cook in einem Hotel in Hurghada | Bildquelle: REUTERS

Nach Thomas-Cook-Insolvenz Versicherer überweist an Hotels

Stand: 27.09.2019 09:13 Uhr

Durch die Insolvenz von Thomas Cook gab es zahlreiche Konflikte zwischen Hotels und Gästen. Nun will der Versicherer des Reiseveranstalters Gelder an die Hoteliers überweisen - allerdings nur Teilzahlungen.

Gute und schlechte Nachrichten für Kunden des deutschen Reiseveranstalters Thomas Cook: Wer sich derzeit im Urlaub befindet und dort möglicherweise Probleme mit seinem eigentlich schon bezahlten Hotel hat, kann auf finanzielle Unterstützung aus Deutschand hoffen. Wer hingegen seinen Urlaub noch gar nicht angetreten hat, wird das voraussichtlich auch nicht mehr tun können: Der Touristikkonzern weitete am Donnerstagabend die Reise-Absagen bis Ende Oktober aus.

Thomas Cook streicht alle Buchungen bis zum 31.Oktober
tagesschau 17:00 Uhr, 27.09.2019, Jacqueline Dreyhaupt, HR

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50 Prozent der Kosten werden übernommen

Die für die deutschen Urlauber zuständige Zurich-Versicherung teilte mit, dass von heute an Hotels im Ausland, die derzeit noch Thomas-Cook-Kunden beherbergen, Geld erhalten. Die Zahlungen sind laut Zurich an die Bedingung geknüpft, dass die Urlauber nicht mehr zu Extra-Zahlungen aufgefordert oder anderweitig genötigt werden.

Die Hotels würden auf Basis der Buchungsinformationen und ohne Vorlage gesonderter Rechnungen 50 Prozent der ausstehenden Zahlungen erhalten, sagte Zurich-Sprecher Bernd Engelien der Deutschen Presse-Agentur.

Die Versicherung reagierte damit auf Berichte von Hotelgästen, die nach eigenen Angaben gezwungen worden waren, ihre Unterkünfte vor Ort selbst zu bezahlen. Einige wurden demnach festgehalten, bis sie Beträge von zum Teil mehr als 1000 Euro auf den Tisch gelegt hatten. Der Deutsche Reiseverband (DRV) und der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatten dies scharf kritisiert.

Derzeit sind noch etwa 70.000 Pauschaltouristen aus Deutschland im Urlaub, die über Thomas Cook oder einen der zugehörigen Veranstalter gebucht hatten.

Reisen bis Ende Oktober gestrichen

Gar nicht mehr in ihren Urlaub kommen werden unterdessen alle Thomas-Cook-Kunden, deren Reisebeginn vor November liegt. Wie das Unternehmen am Abend bekannt gab, müssen alle Pauschalreisen, aber auch einzeln gebuchte Flüge oder Hotelaufenthalte bis einschließlich 31. Oktober abgesagt werden. Das gelte für alle Thomas-Cook-Veranstalter, also Thomas Cook Signature, Neckermann Reisen, Bucher Reisen, Öger Tours und Air Marin. Bislang war nur von bis zum 13. Oktober die Rede.

Flugzeug von Thomas Cook | Bildquelle: AP
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Abheben werden Kunden mit Thomas Cook nur noch in Richtung Heimat. Alle neuen Reise wurden bis Ende Oktober gestrichen.

Für Reisen, die ab dem 1. November beginnen sollen, müsse mit der Insolvenzversicherung noch geklärt werden, inwiefern diese stattfinden könnten, hieß es vom Unternehmen weiter. Stornierungen oder Änderungen der Reisedaten seien derzeit nicht möglich. Auch der Verkauf von Reisen sei gestoppt worden, der Geschäftsbetrieb sei komplett eingestellt.

Die betroffenen Kunden sollten schnellstmöglich informiert werden. Zudem rät Thomas Cook, sich an den Dienstleister Kaera zu wenden, der von der Zurich-Versicherung beauftragt wurde.

Insolvenzverwalter beginnen Arbeit

Kurz nach dem britischen Thomas-Cook-Konzern hatte auch die deutsche Tochterfirma am Mittwoch den Antrag auf Insolvenz gestellt. Der Verkauf neuer Reisen ist gestoppt. Für sämtliche dazugehörigen Veranstalter wurden inzwischen vorläufige oder feste Insolvenzverwalter bestellt.

Der Betrieb bei der Fluggesellschaft Condor läuft trotz Insolvenz vorerst weiter. Die Bundesregierung hatte einem Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro zugestimmt, um die Airline zu retten.

Auch die Thomas Cook GmbH hat einen Antrag auf einen solchen Überbrückungskredit gestellt - in Höhe von 375 Millionen Euro, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Ob einem zweiten Rettungskredit in nahezu gleicher Höhe zugestimmt wird, bleibt aber fraglich. Zumindest ist gesichert, dass Gelder der deutschen Töchter nicht durch die Insolvenz des britischen Konzerns geschluckt werden. Das Amtsgericht Frankfurt genehmigte ein sogenanntes Schutzschirmverfahren, das genau das verhindert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. September 2019 um 10:00 Uhr.

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