Ein mit Antennen ausgerüstetes, ferngesteuertes Flugzeug startet zu einem Test, bei dem es als Mobilfunkstation eingesetzt wird. | dpa

Flugzeug als Mobilfunkstation Telekom testet fliegende Basisstationen

Stand: 19.10.2020 16:26 Uhr

Die Telekom glaubt, eine Lösung gefunden zu haben, um die bestehenden Mobilfunk-Lücken zu schließen - vor allem in abgelegenen Gegenden. Das Unternehmen setzt auf ferngesteuerte Flugzeuge. Mehrere Testflüge seien geglückt.

Die Deutsche Telekom will ihre Kunden bald aus der Stratosphäre mit Mobilfunk und Internet versorgen. Gemeinsam mit dem britischen Startup Stratospheric Platforms Limited (SPL) sei eine fliegende Mobilfunkstation erfolgreich getestet worden, teilte der DAX-Konzern mit. Das mit Antennen ausgestattete, ferngesteuerte Flugzeug sei Anfang Oktober in Bayern in einer Höhe von etwa 14 Kilometern geflogen. Laut Telekom handelte es sich weltweit um den ersten erfolgreichen Test dieser Art.

Demnach konnte mit einem Smartphone über das Flugzeug eine 4G-Verbindung mit dem Netz der Telekom hergestellt werden. Sprach- und Videoanrufe sowie Datendownloads und Surfen im Internet seien möglich gewesen. "Gerade in Bereichen, die durch klassische Mobilfunkmasten nur schwer zu erschließen sind, werden fliegende Basisstationen eine sinnvolle und kosteneffiziente Ergänzung unseres Mobilfunknetzes sein", erklärte Bruno Jacobfeuerborn, Aufsichtsratsmitglied bei SPL und Geschäftsführer der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm.

Empfang auch in abgelegenen Gebirgen?

Laut der Mitteilung kann ein Flugzeug in großer Flughöhe Funkzellen von bis zu 100 Kilometern Durchmesser versorgen. Gerade in Funkschatten etwa von Gebirgen könne diese Technik für Empfang sorgen. SPL arbeite zusammen mit anderen Partnern an der Entwicklung eines wasserstoffbetriebenen, ferngesteuerten Flugzeugs. Der erste Flug sei für Mitte 2022 geplant.

Andere Firmen haben bereits ähnliche Experimente durchgeführt. Facebook hatte die Entwicklung seiner hoch fliegenden Internet-Drohne namens "Aquila" allerdings 2018 aufgegeben. Die Google-Mutter Alphabet arbeitet unter dem Titel "Loon" an der Internetversorgung mit Hilfe von hoch fliegenden Ballons.

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KOMMENTARE

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Anna-Elisabeth 19.10.2020 • 21:26 Uhr

@20:34 von LifeGoesOn

//Diesbezgl. muss ich mich übrigens korrigieren, denn Nokia will es ja nun auch ermöglichen, mit dem Mond zu telefonieren. Fragt sich, mit wem? Oder möchte etwa Herr Trump dorthin auswandern, wenn er die Wahl verliert?// Dann wäre Gus Backus wohl ein Hellseher gewesen? (1961 "Der Mann im Mond, der hat es schwer, denn man verschont ihn heut nicht mehr. Er schaut uns bang von oben zu und fragt: "Wie lang hab ich noch Ruh?")