Demonstranten in Athen/Griechenland | Bildquelle: AFP

Streik in Griechenland Keine Fähre, keine Metro, kein Bus

Stand: 24.09.2019 14:07 Uhr

Die Schonzeit für die neue konservative Regierung in Griechenland ist vorbei: Die Gewerkschaften gehen auf die Straße und fordern mehr Geld und keine Privatisierungen.

Knapp drei Monate nach dem Wahlsieg der Konservativen von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis haben griechische Gewerkschaften heute weite Teile des Staates und des Verkehrs bestreikt. Zum Arbeitskampf gegen weitere Sparmaßnahmen und Privatisierungen hatten die Gewerkschaft der Staatsbediensteten ADEDY und die kommunistische Gewerkschaft PAME aufgerufen. 

Um die Mittagszeit demonstrierten in Athen und anderen großen Städten Tausende auf den Straßen. "Wir wollen Lohnerhöhungen und keine Entlassungen", skandierten sie.

Verkehr am stärksten betroffen

Am stärksten von dem Ausstand betroffen war der Bereich Verkehr: Viele Fähren blieben wegen streikender Seeleute in den Häfen. Die Metro- und Busfahrer in Athen legten die Arbeit ebenfalls nieder. Zudem wurden Schulen und Behörden bestreik, auch Journalisten gingen in den Ausstand.

Demonstranten in Athen/Griechenland | Bildquelle: AFP
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In Athen und anderen großen Städten in Griechenland sind Tausende Demonstranten auf die Straße gegangen.

Angst vor Stellenabbau

Griechenlands letztes Spar- und Reformprogramm endete im August 2018. Athen steht seitdem zunehmend auf eigenen Beinen und kann sich selbst Geld am Kapitalmarkt leihen. Aus diesem Grund fordern nun auch die Gewerkschaften mehr Geld.

Der konservative Politiker Mitsotakis hatte am 7. Juli den linken Regierungschef Alexis Tsipras abgelöst und erklärt, er werde die Bürokratie bekämpfen und die Privatisierungen vorantreiben. Obwohl die Regierung Entlassungen ausschließt, befürchten die Gewerkschaften, dass es im Zuge der neuen, konservativen Politik zum Stellenabbau kommt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. September 2019 um 13:00 Uhr.

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