Spielentwickler Michael Kiesling mit  "AZUL", das "Spiel des Jahres 2018" ausgezeichnet wurde. | Bildquelle: dpa

"Spiel des Jahres" Analoges Mosaik statt digitales Blinken

Stand: 23.07.2018 12:55 Uhr

Ein Preisgeld gibt es nicht, dennoch ist die Auszeichnung "Spiel des Jahres" in der Branche begehrt - nicht zuletzt als Werbung. In diesem Jahr darf das Lege- und Mosaikspiel "Azul" den Titel tragen.

Das taktische Legespiel "Azul" ist "Spiel des Jahres 2018". Diese Entscheidung gab die Jury in Berlin bekannt. In der Begründung hieß es, die "fast schon nüchterne Funktionalität des Spielbretts" sei "ein gelungener Kontrast zur wunderbaren Ästhetik" des Mosaiks, das im Laufe des Spiels entsteht. Denn in "Azul" sollen Spieler mit Keramiksteinen im Miniformat den Palast des portugiesischen Königs Manuel fliesen. Das von Pegasus Spiele vertriebene Legespiel von Autor Michael Kiesling funktioniert mit zwei bis vier Mitspielern. Nominiert als "Spiel des Jahres" waren neben "Azul" auch die Spiele "Luxor" und "The Mind".

Erfindung eines Molekularbiologen als "Kennerspiel" ausgezeichnet

Den begehrten "Pöppel" der Jury als "Kennerspiel des Jahres" erhielten "Die Quacksalber von Quedlinburg". Dabei kreieren zwei bis vier Mitspieler ab acht Jahren immer wieder neue Tinkturen, wobei sie zu verhindern versuchen, dass ihr Braukessel explodiert - was natürlich nicht immer funktioniert. Die Jury würdigte die Mischung aus Taktik- und Glücksspiel als "schmackhaftes Gericht für Spielegourmets". Autor ist der österreichische Molekularbiologe Wolfgang Warsch, ein Newcomer in der Szene der Spieleerfinder.

Eine Familie spielt ein Brettspiel | Bildquelle: WDR
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Brettspiele gehören in vielen Familien zur Freizeitgestaltung dazu.

Der Titel "Spiel des Jahres" gilt als wichtigste Auszeichnung für analoge Gesellschaftsspiele im deutschsprachigen Raum. Die Ehrung wurde erstmals 1979 vergeben, in diesem Jahr bereits zum 40. Mal. Ziel der alljährlichen Preisverleihung ist "die Förderung des Spiels als Kulturgut in der Familie und in der Gesellschaft". Berücksichtigt werden deutschsprachige Spiele des aktuellen Jahres und des Vorjahres.

Die Auszeichnung ist nicht mit einem Preisgeld verbunden, allerdings dürfen die Preisträger mit dem Signet der Jury werben. Die Fachjury, die aus ehrenamtlichen Mitgliedern aus dem deutschsprachigen Raum besteht, sondiert jährlich den Spielemarkt und wählt jeweils aus allen Neuerscheinungen das nach ihrer Ansicht beste Spiel aus. Bewertet werden Idee, Regelgestaltung, Layout und Design. "Spiel des Jahres" arbeitet als eingetragener Verein.

Spiel des Jahres 2018
Anna Corves, ARD Berlin
23.07.2018 13:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. Juli 2018 um 12:44 Uhr.

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