Einen Generatorständer betrachtet eine Mitarbeiterin der Factory Services im Siemens-Generatorenwerk. | Bildquelle: dpa

In der Energiesparte Siemens streicht weitere 2700 Jobs

Stand: 18.06.2019 19:09 Uhr

Der Kahlschlag bei Siemens geht weiter: In der Energiesparte sollen weitere 2700 Stellen abgebaut werden. Auf Deutschland entfallen davon 1400 Jobs - vor allem in Berlin und Erlangen.

Der Siemenskonzern hat neue Stellenstreichungen bekannt gegeben. In der Energiesparte sollen insgesamt 2700 Arbeitsplätze eingespart werden - genauer: im Projektgeschäft und der Energieübertragungssparte, in der Hochspannungsnetze und Transformatoren hergestellt werden. Dort hat Siemens laut Konzernspitze Überkapazitäten.

Allein in Deutschland sollen 1400 Jobs gestrichen werden, die meisten davon an den Standorten Berlin und Erlangen. Ziel des Unternehmens ist es nach eigenen Angaben, 500 Millionen Euro einzusparen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Kaesers Vision vom Digitalkonzern

Der Konzern stellt sich neu auf - und hat im Zuge dessen bereits vor gut einem Monat bekannt gegeben, mehr als 10.000 Stellen abzubauen. Vorstandschef Joe Kaeser hat eine genaue Vorstellung davon, wie: Er nennt es seine "Vision 2020+". Ziel ist es, die Energiesparte bis September kommenden Jahres an die Börse zu bringen. Um das zu schaffen, müsse der Konzern schlanker werden, so Kaeser. Am Ende solle ein moderner Digitalkonzern entstehen.

Siemens-Chef Joe Kaeser (Archiv) | Bildquelle: AP
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Siemens-Chef Joe Kaeser will den Konzern neu aufstellen und Teile davon an die Börse bringen.

"Ideenlos" und "nicht zielführend"

Die IG Metall lehnt die jetzt bekannt gewordenen weiteren Stellenstreichungen grundsätzlich ab. Die Jobabbaupläne seien ideenlos: "Der kurzfristige Abbau von Beschäftigten ist in einem langfristig wachsenden Markt mit langen Zyklen gerade angesichts zunehmenden Fachkräftemangels nicht zielführend", hieß es in einer Stellungnahme der Gewerkschaft.

Die Leitung von Siemens will sich zeitnah mit der Arbeitnehmervertretung zusammensetzen und darüber beraten, wie der Stellenabbau möglichst sozialverträglich gestaltet werden kann.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Juni 2019 um 17:00 Uhr.

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