Ein Güterzug passiert den Güterbahnhof MegaHub Lehrte in der Region Hannover.  | dpa

Förderprogramm des Verkehrsministers Mehr Geld für Güterverkehr via Schiene

Stand: 05.02.2021 15:36 Uhr

Das Ziel ist kein neues: Mehr Güter sollen über die Schiene transportiert werden. Um es tatsächlich zu erreichen, legt Verkehrsminister Scheuer ein millionenschweres Programm auf. Ein Eckpunkt: Gleisanschlüsse für Unternehmen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will erreichen, dass mehr Güter auf der Schiene transportiert werden. Ziel ist es, bis 2030 den Anteil des Güterverkehrs auf der Schiene auf mindestens 25 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegt dieser bei knapp 19 Prozent.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums werden dafür die Fördermittel deutlich erhöht, um bestehende Gleiszugänge zu Unternehmen zu reaktivieren oder neue zu bauen.

"Gleisanschluss direkt vor der Tür"

"Je kürzer und einfacher der Weg zur Schiene, desto eher transportieren Unternehmen ihre Waren mit der Bahn", erklärte Scheuer. "Mit einem Gleisanschluss direkt vor der Tür oder einem Verladebahnhof in der Nähe fällt die Entscheidung leichter."

Deshalb unterstütze das Ministerium private Investitionen und fördere den Bau von Umschlagbahnhöfen. Zudem sollten Planungen beschleunigt werden.

200 Millionen Euro - fünf Jahre lang

Konkret werden laut Ministerium die Mittel für private Investitionen in Gleisanschlüsse erhöht. Ab 2021 stehen demnach jährlich 34 Millionen Euro zur Verfügung, dies sei mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Ab 2024 erhöhen sich die Mittel auf 49 Millionen Euro, der Gesamtumfang des Förderprogramms liege bei 200 Millionen Euro für fünf Jahre.

Förderprogramm für kleine Güterbahnhöfe

Außerdem wird ein Förderprogramm für mehr kleinere und mittlere Güterbahnhöfe ausgeweitet. Beim Bau eines Industrie- und Gewerbegebiets soll der Anschluss an das Schienennetz bereits mitgedacht und mitgeplant werden.

Die Deutsche Bahn sprach von "Rückenwind" für das Schienennetz der Bahn. "Ob Firmen oder Kommunen, die mit einem Gleisanschluss für Werkhalle oder Gewerbegebiet starten wollen: Alle finden nun deutlich einfacher den Einstieg in die klimafreundliche Bahnlogistik", erklärte der Konzernvorstand für Güterverkehr, Sigrid Nikutta.

Lob vom Güterbahnenverband

Der Güterbahnenverband Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) begrüßte die Ausweitung der Förderprogramme. "Nur mit mehr Zugängen können wir mehr Verkehr auf die Schiene holen", sagte der NEE-Vorstandsvorsitzende Ludolf Kerkeling.

Der Verkehrssektor liegt beim Klimaschutz weit hinter den Zielen der Bundesregierung zurück. Ein Grund ist, dass der Lkw-Verkehr den größten Anteil der wachsenden Transporte bewältigt und die Schiene in den vergangenen Jahre kaum an Bedeutung gewinnen konnte - obwohl die Politik mehrfach angekündigt hatte, den Transport von Gütern über die Schiene auszubauen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Februar 2021 um 12:00 Uhr.