Michael O'Leary | Bildquelle: AFP

Nach Streikdrohung der Piloten Ryanair-Chef lenkt ein

Stand: 15.12.2017 13:18 Uhr

Die Streikdrohung der Ryanair-Piloten sorgt für Bewegung. Airline-Chef O'Leary teilte überraschend mit, dass er zu Gesprächen mit Gewerkschaften bereit sei. Bisher hatte er dies strikt abgelehnt. Die italienische Pilotengewerkschaft sagte deshalb bereits einen Streik ab.

Ryanair-Maschine steht auf dem Rollfeld | Bildquelle: dpa
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Mit dem Gesprächsangebot will O'Leary verhindern, dass in der Vorweihnachtszeit Flugzeuge am Boden bleiben.

Kehrtwende bei Ryanair: Nach der Ankündigung von Pilotenstreiks in der Vorweihnachtszeit hat sich die irische Billigfluglinie erstmals zur Anerkennung von Gewerkschaften bereit erklärt. Sie wolle mit Pilotengewerkschaften in mehreren Ländern sprechen und sie als Arbeitnehmervertretung anerkennen, teilte Ryanair-Chef Michael O'Leary überraschend mit. Damit wolle er Befürchtungen der Kunden entgegentreten, sagte der Airline-Boss. Bisher hatte er jegliche Gespräche oder Anerkennung von Gewerkschaften vehement abgelehnt. O'Leary sagte nun, wenn Streiks vermieden werden könnten, indem "wir mit unseren Piloten über einen anerkannten Gewerkschaftsprozess reden, dann sind wir darauf vorbereitet, es zu machen".

Ryanair habe dazu die Pilotengewerkschaften in Irland, Großbritannien, Deutschland, Italien, Spanien und Portugal zu Gesprächen eingeladen. Allerdings will die Gesellschaft nur mit Gewerkschaftern verhandeln, die selbst für Ryanair fliegen.

Italienische Piloten sagen Streik ab

Die italienische Pilotengewerkschaft sagte nun einen für heute geplanten Streik beim Billigflieger Ryanair ab. Grund sei die "Absicht Ryanairs, einen formalen Verhandlungsweg" mit Gewerkschaften aufzunehmen, hieß es in einer Mitteilung der Anpac. "Das ist ein erster sehr wichtiger Schritt." Der vierstündige Streik der Piloten und Flugbegleiter in Italien sei deshalb abgesagt worden.

Eine andere Gewerkschaft in Italien, die Transportvereinigung Fit-Cisl, erklärte jedoch, keine Benachrichtigung von Ryanair bekommen zu haben. Deshalb würde der Streik der Flugassistenten dennoch stattfinden, sagte Generalsekretär Nico Piras. Die Verhandlungsbereitschaft Ryanairs betreffe nur Piloten. Er hoffe, "dass Ryanair die Richtung ändert und sich allen Mitarbeitern zuwendet".

Unklarheit über Streiks in Deutschland

Ob die Ankündigung von Ryanair auch in Irland und Deutschland Auswirkungen hat, ist noch nicht bekannt. Ryanair-Piloten in Irland und Deutschland hatten für einen Arbeitskampf gestimmt, um bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu erreichen. In Irland und in Portugal waren Streiks für den 20. Dezember angekündigt. In Deutschland hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, jedoch kein Datum genannt.

Die Piloten wollen Tarifverhandlungen erzwingen. Cockpit wirft der Billigairline "systematisches Sozialdumping" vor. Fast alle anderen Fluggesellschaften böten bessere Arbeitsbedingungen als Ryanair.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Dezember 2017 um 11:00 Uhr in den "Hundert Sekunden" und der "Wirtschaft".

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