Ein Pfleger schiebt einen Rollstuhl über einen Flur in einem Krankenhaus. (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / Peter Steffen

Bundesbank-Vorschlag DGB spricht von "eiskalter Rentenkürzung"

Stand: 22.10.2019 09:46 Uhr

Der Vorschlag der Bundesbank, das Rentenalter auf fast 70 Jahre anzuheben, stößt auf Kritik. Der Deutsche Gewerkschaftsbund spricht von einer "eiskalten Rentenkürzung". Aber es gibt auch Befürworter.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert den Vorschlag der Bundesbank, das Renteneintrittsalter auf fast 70 Jahre anzuheben. Bereits die Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre sei "ein Fehler" gewesen, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Wer schwer arbeite, habe ein höheres Sterblichkeitsrisiko als der Durchschnitt aller Erwerbstätigen. "Wer also das Renteneintrittsalter anhebt, kürzt all diesen Menschen eiskalt die Rente", so Buntenbach. Bereits heute würden viele ältere Arbeitnehmer nicht das gesetzliche Rentenalter erreichen. "Sie werden oft vorher arbeitslos oder chronisch krank und retten sich nach Bezug von Arbeitslosengeld I und II oder Krankengeld nur mit Mühe in eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen", sagte Buntenbach.

Debatte um Generationengerechtigkeit

Der Arbeitgeberverband BDA bewertet den Bundesbank-Vorschlag hingegen positiv: "Die gewonnene Lebenserwartung muss auch zu einer längeren Erwerbsphase führen und darf nicht nur einen immer längeren Ruhestand bedeuten", sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter der "NOZ".

Michael Theurer, FDP-Vizefraktionschef, sieht das in einem Interview mit dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" ähnlich. Der Vorschlag einer Erhöhung des Renteneintrittsalters sei "ein wichtiger Impuls in der Debatte um Generationengerechtigkeit. Ein flexibles Renteneintrittsalter würde den Fehler der Großen Koalition korrigieren, das Alter für den Eintritt in den Ruhestand abzusenken, so Theurer. Andernfalls werde die durch Umlagen finanzierte Rente sehr bald an ihre Grenze stoßen.

Die Bundesbank hatte zur Bewältigung der demografischen Herausforderungen vorgeschlagen, das Rentenalter bis 2070 auf 69 Jahre und vier Monate anzuheben. So solle verhindert werden, dass das Rentenniveau künftig zu tief sinkt. 

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 22. Oktober 2019 um 10:07 Uhr.

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