Porsche Automobil Holding SE | Bildquelle: picture alliance/dpa

Dieselskandal Hohe Entschädigung für Porsche-Anleger

Stand: 24.10.2018 13:14 Uhr

Der Dieselskandal zieht nun für Porsche eine Millionenstrafe nach sich. Das Stuttgarter Landgericht verurteilte die Holding dazu, mehreren Anlegern insgesamt 47 Millionen Euro Schadenersatz zu zahlen.

Das Landgericht Stuttgart hat in einem ersten Urteil über eine Anlegerklage im Zusammenhang mit dem Dieselskandal den VW-Großaktionär Porsche SE zu Schadenersatz verurteilt. Wie zwei Anwaltskanzleien von klagenden Aktionären erklärten, habe die Holding nach Auffassung des Gerichts den Kapitalmarkt zu spät und damit fehlerhaft über die Folgen des Dieselskandals informiert.

Die Kanzlei Nieding + Barth erstritt demnach 3,2 Millionen Euro für den Pensionsfonds der britischen Stadt Wolverhampton. Den von Rechtsanwalt Josef Broich vertretenen Anlegern habe das Gericht 44 Millionen Euro zugesprochen, erklärte deren Partnerkanzlei Tilp. Eine Stellungnahme des Gerichts liegt bislang nicht vor.

Es kommen noch mehr Klagen auf Porsche zu

Der ehemalige Chef von VW, Martin Winterkorn | Bildquelle: dpa
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Zurzeit des Dieselabgasbetrugs war VW-Chef Martin Winterkorn zugleich Vorstandschef der Porsche SE.

Nach Ansicht der Kläger führte die späte Information über die finanziellen Konsequenzen aus dem Skandal zu Kursverlusten der Anleger. Weitere Klagen sind noch anhängig. Die Porsche SE hatte die Klagen als unbegründet zurückgewiesen und früh angekündigt, gegen ein Schadenersatzurteil Rechtsmittel einlegen zu wollen.

Zurzeit des Dieselabgasbetrugs war VW-Chef Martin Winterkorn zugleich Vorstandschef der Porsche SE, über welche die Familien Porsche und Piech ihre Stimmrechtsmehrheit an Volkswagen hält. Das Gericht folgte den Anwälten zufolge der Argumentation der Kläger, wonach Winterkorns Wissen als VW-Chef auch der Porsche SE bekannt gewesen sein müsste. Eine Gewinnwarnung hätte es schon im Mai 2014 geben müssen.

Die Holding dagegen erklärte, es bestehe eine Verschwiegenheitspflicht zwischen den Vorständen der beiden Unternehmen, sodass Winterkorn die Holding über VW-Interna nicht in Kenntnis setzen musste.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Oktober 2018 um 13:00 Uhr.

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