Porsche Gebäude in Zuffenhausen, Stuttgart | Bildquelle: RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX/Shutte

Diesel-Affäre Porsche-Entwicklungschef im Fokus

Stand: 18.04.2018 17:31 Uhr

Dieselskandal auch bei Porsche? Nach Recherchen von NDR, WDR und "SZ" steht unter anderem Entwicklungschef Steiner am Pranger. Die Aussagen eines ehemaligen Mitarbeiters belasten ihn schwer.

Von Christine Adelhardt und Stephan Wels, NDR

Die Ermittlungen richten sich laut Staatsanwaltschaft gegen Mitarbeiter der Porsche AG wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung. Es gehe um mögliche Manipulationen der Abgasreinigung von Dieselautos. Es gebe derzeit drei Beschuldigte, einer von ihnen sei Mitglied des Vorstands der Porsche AG. Ein anderer Beschuldigter sei "Mitglied des höheren Managements". Der dritte Beschuldigte arbeite nicht mehr für Porsche.

Nach Recherchen von NDR,WDR und "Süddeutscher Zeitung" handelt es sich bei dem Mitglied des Porsche-Vorstandes um Michael Steiner, Entwicklungschef bei Porsche, der unter anderem durch die Aussagen eines früheren Audi-Ingenieurs schwer belastet wird. Demnach soll Steiner im Herbst 2015 zusammen mit Audi-Vorstandschef Rupert Stadler dafür gesorgt haben, dass den US-Behörden Manipulationen bei der Abgasreinigung von Diesel-Fahrzeugen verschwiegen worden seien.

Julia Henninger, SWR, zur Razzia bei Porsche
tagesschau 17:00 Uhr, 18.04.2018

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Ex-Audi-Mitarbeiter belastet Steiner

Im Zuge ihrer Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart heute zahlreiche Porsche-Gebäude durchsucht sowie Standorte von Audi. An der Aktion waren fast 200 Einsatzkräfte der Landeskriminalämter Baden-Württemberg und Bayern beteiligt. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen mehrere heutige und ehemalige Audi-Mitarbeiter und kooperiert dabei eng mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart.

Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner | Bildquelle: picture alliance / HOCH ZWEI
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Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner

Belastet wird der Porsche-Vorstand Steiner durch die Aussagen des ehemaligen Audi-Mitarbeiters Giovanni P., der in München mehrere Monate in Untersuchungshaft saß und umfassend ausgesagt hat. Zwei Monate nachdem die US-Behörden entdeckt hatten, dass der Volkswagenkonzern jahrelang Schadstoffmessungen manipuliert und bei der Abgasreinigung gespart hatte, fuhr eine Delegation von Audi in die USA. Mit dabei sollen Michael Steiner, der Porsche Entwicklungschef und Audi-Chef Rupert Stadler gewesen sein.

Abgasreinigung teilweise ausgeschaltet

Die US-Behörden hatten wissen wollen, ob neben Volkswagen auch Audi Schadstoffwerte manipuliert habe. Nach Angaben von P. sollen Stadler und Steiner am Vorabend des Treffens vom 19. November 2015 dafür gesorgt haben, dass eine mehrseitige Präsentation auf eine Seite verkürzt worden sei. Auf diese Weise sei verschwiegen worden, dass Audi bei bestimmten Diesel-Modellen die Abgasreinigung mit Adblue teilweise ausgeschaltet habe, um den Kunden ein häufiges Nachfüllen zu ersparen.

Adblue, ein Gemisch aus Harnstoff und Wasser, ist nötig, um den Stickoxid-Ausstoß zu senken. P. sagte aus, er habe gegen die Kürzung der Präsentation für die US-Behörden protestiert. Steiner habe  entschieden, dass es bei der einen Seite bleibe.

Zu den Vorwürfen wollten sich weder Porsche noch Volkswagen äußern. Wegen laufender Ermittlungen lehnte auch Michael Steiner eine Stellungnahme ab. Audi-Chef Stadler hat in der Vergangenheit die Vorwürfe bestritten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. April 2018 um 17:00 Uhr.

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