Berliner Mauer | Bildquelle: dpa

IWH-Untersuchung Wirtschaft im Osten hinkt weiter hinterher

Stand: 02.03.2019 17:00 Uhr

Drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall sieht eine Studie weiter teils große Unterschiede bei der wirtschaftlichen Entwicklung von Ost und West - vor allem bei der Produktivität. Gestoppt ist die Abwanderung aus dem Osten.

Wie steht Deutschland 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wirtschaftlich da? Mit diesem Thema beschäftigt sich eine neue Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), die der ARD exklusiv vorliegt und die am Montag in Berlin vorgestellt wird. Demnach ist die Wirtschaft im Osten Deutschlands weiterhin weniger produktiv als im Westen.

Studie bemängelt ostdeutsche Wirtschaftsförderung
tagesthemen 23:15 Uhr, 02.03.2019, Kati Obermann, MDR

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93 Prozent der Konzernzentralen im Westen

Das liegt laut der Studie aber nicht nur - wie häufig genannt - an fehlenden Konzernzentralen in Ostdeutschland. 464 der 500 größten deutschen Unternehmen haben zwar ihren Sitz im Westen der Republik, das sind etwa 93 Prozent. Generell hängt die Produktivität von der Betriebsgröße ab. Da im Osten die Betriebe im Durchschnitt deutlcih kleiner sind, wird in Ostdeutschland eine geringere Produktivität erreicht.

Dennoch ist das laut IWH-Studie nur ein Teil der Erklärung. Selbst wenn man die unterschiedlichen Betriebsmerkmale berücksichtige, hätten ostdeutsche Betriebe in jeder Größenklasse eine mindestens 20 Prozent niedrigere Produktivität.

Dass Potenziale für Produktivitätssteigerungen in Ostdeutschland noch nicht ausgeschöpft werden, hat nach Einschätzung der IWH-Ökonomen auch mit staatlichen Subventionen zu tun: Sind diese an die Bedingung geknüpft, Arbeitsplätze zu erhalten oder zu schaffen, dann könne das einer Erhöhung der Arbeitsproduktivität im Wege stehen.

In Zeiten von Fachkräftemangel sollte Wirtschaftsförderung deshalb nicht um jeden Preis für Arbeitsplätze sorgen, sondern für Produktivitätssteigerung, fordern die Autoren.

Nettoabwanderung kommt zum Stillstand

Die IWH-Studie hat zudem die Ost-West-Wanderung der Bevölkerung der vergangenen Jahrzehnte in den Blick genommen. Demnach ist die Nettoabwanderung aus dem Osten zum Stillstand gekommen.

Das kann laut der Studie auch auf die Verbesserung der Arbeitsmarktlage in Ostdeutschland zurückgeführt werden. Dies zeige sich in der seit 2006 stetig wachsenden Zahl der Erwerbstätigen sowie in einem deutlichen Rückgang der Unterbeschäftigung.

Unterschiede bei Einwohnern mit Migrationshintergrund

Auch der Migrationshintergrund von Menschen in Deutschland war Thema der Untersuchung: 19,3 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund, wie die Studie unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes von 2017 feststellt. Demnach bestehen große regionale Unterschiede, und zwar vor allem zwischen Ost- und Westdeutschland sowie städtischen und ländlichen Räumen.

In Bremen, Hessen, Baden-Württemberg und Hamburg haben drei von zehn Einwohnern einen Migrationshintergrund, in den ostdeutschen Flächenländern ist es nicht einmal einer von zehn Einwohnern.

Zwar gab es auch in der DDR Abkommen zur Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte, aber es kamen bei Weitem nicht so viele wie nach Westdeutschland. Erwartungsgemäß ist im städtischen Raum der Einwohneranteil mit Migrationshintergrund fast doppelt so hoch wie auf dem Land.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. März 2019 um 17:00 Uhr.

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