Ein Arbeiter greift an Ventile einer Ölleitung auf dem Ölfeld Nihran Bin Omar im Irak | Bildquelle: dpa

Stabilisierung des Ölpreises OPEC-Staaten wollen weniger Öl fördern

Stand: 10.04.2020 08:09 Uhr

Das Ölkartell OPEC und seine Kooperationspartner - mit Ausnahme von Mexiko - haben sich auf eine Kürzung ihrer Produktion geeinigt. Sie wollen die Tagesfördermenge um rund zehn Prozent kürzen, denn der Ölpreis war dramatisch abgestürzt.

Die meisten der weltgrößten Ölförderländer haben sich auf eine drastische Senkung der Produktion geeinigt, um den Verfall des Ölpreises zu stoppen. Die nach langen und zähen Verhandlungen erzielte Einigung ist nach Angaben der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) aber noch nicht in trockenen Tüchern. Damit sie in Kraft treten kann, ist die ausstehende Zustimmung Mexikos notwendig.

Ziel: Stabilisierung des Ölpreises

Laut der Vereinbarung soll die Produktion im Mai und Juni um zehn Millionen Barrel pro Tag zurückgefahren werden. Das entspricht rund zehn Prozent der weltweiten Produktion. Danach solle die tägliche Fördermenge bis Ende April 2022 schrittweise angepasst werden. So soll die Produktion von Juli bis Dezember um acht Millionen Barrel täglich unter dem derzeitigen Niveau liegen.

Der Ölpreis war in den vergangenen Wochen stark gefallen, zeitweise sogar auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren. Gründe sind die weltweit geringe Nachfrage nach dem Rohstoff wegen der Coronavirus-Pandemie sowie ein Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien. 

"Beispielloser" Preisverfall

OPEC-Generalsekretär Mohammed Barkindo erklärte in seiner Eröffnungsrede der Videokonferenz, dass die Organisation für das Jahr 2020 von einem Nachfrage-Rückgang beim Rohöl um 6,8 Millionen Barrel pro Tag ausgehe. Im zweiten Quartal dürfte der Rückgang laut Barkindo sogar rund zwölf Millionen Barrel betragen. "Das sind atemberaubende Zahlen - beispiellos in der Neuzeit", so Barkindo.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. April 2020 um 10:43 Uhr.

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