Carlos Ghosn | Bildquelle: AFP

Vorwurf des Steuerbetrugs Nissan will Chef entlassen

Stand: 05.03.2019 17:18 Uhr

Carlos Ghosn gilt als Retter Nissans vor dem Bankrott - doch jetzt will der japanische Autohersteller seinen Chef loswerden. Ihm wird unter anderem Steuerhinterziehung vorgeworfen. Laut Medienberichten wurde er festgenommen.

Der Autohersteller Nissan will seinen Verwaltungsratschef Carlos Ghosn wegen falscher Einkommenserklärungen entlassen. Die Verfehlung sei bei einer internen Untersuchung festgestellt worden, teilte der drittgrößte japanische Autohersteller mit. Ghosn habe über Jahre inkorrekte Angaben gemacht. Er soll auch Firmengelder privat verwendet haben. Der Verwaltungsrat solle nun so schnell wie möglich über seine Entlassung entscheiden.

Nissan teilte mit, die interne Untersuchung gegen Ghosn sei von einem Whistleblower angestoßen worden.

Carlos Ghosn bei der Präsentation eines Renault-Modells auf dem Pariser Autosalon (2010) | Bildquelle: STRINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstoc
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An solchen Tagen war seine Welt noch in Ordnung: Carlos Ghosn bei der Präsentation eines Renault-Modells auf dem Pariser Autosalon (2010)

Nissan-Sitz durchsucht

Japanische Medien berichteten, der Top-Manager sei festgenommen worden. Monatelang seien Nissan-Mitarbeiter vertraulichen Hinweisen nachgegangen, dass der 64-Jährige unter anderem sein Einkommen bei der Tokioter Börse zu niedrig angegeben haben soll. Zuvor war Ghosn von Staatsanwälten zu dem Verdacht befragt worden. Er habe sich freiwillig der Befragung gestellt, berichtete die Zeitung "Asahi". Dem japanischen Sender NHK zufolge wurde Nissans Sitz in Yokohama durchsucht.

Der in Brasilien geborene 64-Jährige gilt als Retter Nissans vor dem Bankrott. Zeitweise war er gleichzeitig Chef von Nissan und Renault. Seit 2016 ist er auch Mitsubishi-Vorsitzender. Die Nissan-Renault-Mitsubishi-Gruppe ist mit zehn Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr eine der größten Auto-Allianzen der Welt.

Über dieses Thema berichteten am 19. November 2018 tagesschau24 um 12:40 Uhr in der Wirtschaft und die tagesschau um 14:00 Uhr.

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