Angela Merkel begrüßt Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto bei der Hannover Messe | Bildquelle: REUTERS

Gastland der Hannover Messe Mexiko wirbt um Investoren

Stand: 23.04.2018 05:52 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel und Mexikos Präsident Peña Nieto haben bei der Hannover Messe die Einigung der EU mit Mexiko auf ein neues Handelsabkommen begrüßt. Für das Gastland werden Alternativen zu den USA wichtiger.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-City

Mexiko will in Hannover mit Stereotypen aufräumen: Ein Land, dessen Wirtschaft lange Zeit auf Rohstoffausbeutung und Lohnveredelungsbetriebe - die maquilas - konzentriert war, habe seinen Sektor industrieller Fertigung, wie zum Beispiel in der Autoindustrie, in nur wenigen Jahren entwickelt, betont Paulo Carreno King, Chef von ProMéxico. Diese Abteilung des Wirtschaftsministeriums kümmert sich um die Vermarktung Mexikos als Handelspartner.

Für Carreno King ist Mexikos Einladung nach Hannover als erstes lateinamerikanisches Land eine große Ehre. Er freut sich auf neue Geschäftsbeziehungen, schätzt aber auch die Stärkung, die Mexiko von Deutschlands Politik erhalten hat: Mexiko habe in Deutschland einen starken Verbündeten. "Das Land ist führend in praktisch allen Bereichen, in denen Mexiko eine Rolle spielen möchte. Die derzeitige Lage erlaubt uns, die Welt darauf aufmerksam zu machen - nicht nur unseren nördlichen Nachbarn."

Merkel und Mexikos Präsident besuchen Hannover Messe
tagesschau24 11:00 Uhr, 23.04.2018

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Suche nach alternativen Handelspartnern

Der nördliche Nachbar, die USA, haben das Schwellenland Mexiko enttäuscht, seit Donald Trump regiert. Er bezeichnet die Nordamerikanische Freihandelszone NAFTA als schlechten Deal. NAFTA hat Mexiko, Kanada und die USA wirtschaftlich zusammengeschweißt.

Seit Trump mit der Kündigung gedroht hat und das 24 Jahre alte Vertragswerk neu verhandeln lässt, sieht sich Mexiko intensiver als bisher nach anderen Partnern um. Diversifizierung heißt das Gebot der Stunde, die NAFTA-Abhängigkeit reduzieren. Etwa 75 Prozent der Exporte gehen in den Norden, vor Trump waren es noch 80 Prozent.

Attraktiver Standort für Investoren

Nicht nur NAFTA und die Nähe zu den USA machen Mexiko zu einem attraktiven Standort für Investoren - hinzukommen Freihandelsbeziehungen mit 46 Ländern, durch die Transpazifische Partnerschaft TPP werden es schon bald 52 sein.

Davon profitieren auch deutsche Unternehmen, wie die Autobauer VW und BMW. Johannes Hauser, Chef der deutsch-mexikanischen Handelskammer, die sich in Hannover ebenfalls präsentiert, lobt, wie sich die mexikanische Industriekultur in den vergangenen Jahren entwickelt habe. Das mache Mexiko für ausländische Investoren noch interessanter.

"Durch die Innovationstreiber ausländischer Unternehmen ist hier ein Level an industrieller Fertigung, Qualität und Infrastruktur entstanden, das sehr solide ist und den Ausländern die Ansiedlung noch leichter macht", so Hauser. Anders als vor 20 bis 30 Jahren könne man heute auf ausgebildete Mitarbeiter zugreifen.

Guter Industriestandort trotz Gewalt vor Ort

"All das ist ein gradueller Prozess, der sich über Jahre ergeben hat und Mexiko zu einem bedeutenden Player auf der Mapa Mundi der verarbeitenden Industrie gemacht hat", lobt der Handelskammer-Chef. Mexiko bliebe auch ohne NAFTA ein guter Standort für deutsche Unternehmen, meint Hauser.

Die geradezu blühende Industrielandschaft bildet einen harten Kontrast zur Lebenswirklichkeit vieler Mexikaner: Nach UN-Angaben lebt die Hälfte in Armut. Soziale Probleme verstärken Unsicherheit und Gewalt. 2017 war mit mehr als 25.000 Toten das blutigste Jahr in der Geschichte des Drogenkriegs.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. April 2018 um 04:49 Uhr.

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