Langzeitarbeitslose, Agentur für Arbeit | Bildquelle: a (Dölling)

Bundesagentur für Arbeit Projekt für Langszeitsarbeitslose funktioniert

Stand: 21.07.2019 09:29 Uhr

Eine positive Bilanz zieht die Bundesagentur für Arbeit für ihr Programm, Langzeitarbeitslosen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. In 21.300 Fällen gelang das. Die Jobs sind öffentlich gefördert.

Der "Soziale Arbeitsmarkt" als Jobbrücke für Langzeitarbeitslose hat sich nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) sechs Monate nach seinem Start als "Erfolgsgeschichte" erwiesen. Bis Ende Juni sei es gelungen, 21.300 Langzeitarbeitslose in öffentlich geförderte Jobs zu vermitteln, so BA-Vorstandschef Detlef Scheele in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Bei dem Programm handelt es sich um einen Kombilohnmodell, bei dem Arbeitgeber bei der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen Lohnkostenzuschüsse bekommen. "Bereits nach einem halben Jahr sind wir etwa bei der Hälfte der erwarteten Beschäftigungsverhältnisse. Das ist für den Start eines solchen Programms gigantisch schnell", betonte Scheele. "Wenn das so weitergeht, haben wir bereits 2020 so viele Arbeitsverhältnisse geschaffen, wie wir theoretisch mit den vorhandenen Mitteln finanzieren können."

Detlef Scheele (SPD), Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit
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Auch private Arbeitgeber nehmen das Angebot der öffentlich Arbeitsplätze an, betont Detlef Scheele, der Chef der Bundesagentur für Arbeit.

Vier Milliarden für Programm "Sozialer Arbeitsmarkt"

Insgesamt stehen im Zusammenhang mit dem "Sozialen Arbeitsmarkt", für das die Große Koalition 2018 die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen hat, vier Milliarden Euro für fünf Jahre zur Verfügung. Erfreut zeigte sich Scheele, das nicht nur öffentliche Arbeitgeber das Jobprogramm nutzten. "In manchen Arbeitsagenturbezirken stammen bis zu 70 Prozent der angebotenen Stellen von privaten Arbeitgebern", sagte Scheele.

Er sei froh, erklärte Scheele, dass die Jobcenter mit dem Programm ein Instrument erhielten, das über die bisher häufig eingesetzten Möglichkeiten, wie etwa Bewerbungstrainings, hinausgehe. In der Vergangenheit habe es für Menschen, die schon länger arbeitslos waren, kaum vernünftige Maßnahmen gegeben.

Förderung für Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen

Das Jobprogramm war zu Jahresbeginn angelaufen. Danach erhält, wer über 25 Jahre alte Langzeitarbeitslose einstellt, vom Staat einen Lohnkostenzuschuss. Ziel ist es, rund 150.000 Langzeitarbeitslose mit verschiedenen Unterstützungsmaßnahmen zu erreichen, um sie für den Arbeitsmarkt fit zu machen.

Die Lohnkostenzuschüsse unterscheiden sich je nach individuellem Fall:

  • Hat der neue Mitarbeiter mindestens sechs der letzten sieben Jahre Arbeitslosengeld II bezogen, erhält die Firma zwei Jahre lang hundert Prozent des Mindest- beziehungsweise Tariflohns erstattet, danach jährlich zehn Prozent weniger.

  • War der Mitarbeiter mehr als zwei Jahre arbeitslos, werden im ersten Jahr 75 Prozent des Lohns erstattet, im zweiten Jahr 50 Prozent.

  • Betriebe können bis zu fünf Jahre lang staatliche Zuschüsse erhalten, wenn sie einen Langzeitarbeitslosen sozialversicherungspflichtig beschäftigen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Juli 2019 um 08:00 Uhr.

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