Containerschiff wird im Hamburger Hafen beladen | Bildquelle: REUTERS

Herbstprognose der Regierung Mission: Optimismus verbreiten

Stand: 11.10.2018 15:35 Uhr

Nur noch 1,8 Prozent Wirtschaftswachstum in diesem und im nächsten Jahr: Kein Grund für schlechte Stimmung, meint Bundeswirtschaftsminister Altmaier. Er sieht weiter einen kräftigen Aufschwung.

Von Martin Mair, ARD-Hauptstadtstudio

Peter Altmaier zeigt sich zufrieden. Zwar muss die Bundesregierung ihre Wirtschaftsprognose nach unten korrigieren. In diesem und im kommenden Jahr rechnet sie nur noch mit einem Wachstum von je 1,8 Prozent.

Das sind trotzdem gute Zahlen, findet der Wirtschaftsminister: "Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin in einem kräftigen Aufschwung. Es handelt sich um die längste Aufschwungsphase seit 1966 und den zweitlängsten Aufschwung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier | Bildquelle: dpa
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Das Wachstum schwächelt - für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist das aber kein Grund für Pessimismus.

Es läuft - im Inland

Tatsächlich wächst vor allem die Wirtschaftskraft im Inland. Produktion und Konsum entwickeln sich gut. Für Arbeitnehmer rechnet Altmaier damit, dass die Löhne weiter steigen - ebenso die Zahl der Menschen, die einen Job haben. In diesem Jahr sind es fast 600.000 mehr, noch einmal 400.000 sollen es 2019 sein: "Das heißt, der Beschäftigungsaufbau geht weiter. Er flacht sich zwar etwas ab, aber das auf einem hohen Niveau."

Im Koalitionsvertrag habe man sich Vollbeschäftigung bis 2025 vorgenommen. "Dieses Ziel gerät in Reichweite", so der CDU-Politiker. Vorausgesetzt, der Aufschwung hält stabil an.

Die Weltwirtschaft schwächelt. Seit Jahresbeginn stagniert der Handel, weshalb die Exporte schwächer ausfallen. Ein Grund, warum die Bundesregierung in ihrer Herbstprognose etwas weniger optimistisch ist als noch im Frühjahr. Dazu gibt es Handelskonflikte in vielen Teilen der Welt.

"Kein Grund für schlechte Stimmung"

Altmaier sagt, diese Probleme zu lösen, sei eine zentrale Aufgabe - kein Grund aber für schlechte Stimmung: "Wenn ich mir die Wachstumsprognosen anschaue, gibt es eigentlich keinen Grund dafür, warum die Erfolgsgeschichte abreißen sollte. Wir haben einen starken Außenhandel, der sich ein bisschen abschwächt, aber wir haben eine starke Inlandsnachfrage. Beides zusammen genommen kann dazu beitragen, dass wir den Aufschwung verstetigen."

Von zentraler Bedeutung sei dabei, dass Deutschland die Digitalisierung der Wirtschaft aktiv gestalte. Hier sieht Altmaier Nachholbedarf - etwa bei Entwicklungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz. Dass das Rennen längst gelaufen und US-Großkonzerne wie Google, Apple und Facebook nicht mehr einzuholen seien, glaubt Altmaier nicht.

Aufholen wie in den 1980er-Jahren

Er verweist auf die 1980er-Jahre und den Kampf des US-Flugzeugherstellers Boeing und seinem europäischen Konkurrenten Airbus: "Wir haben damals erlebt, dass das Rennen um die Flugzeugmärkte der Zukunft bereits gelaufen schien. Es ist dann gelungen, durch eine kluge Politik, die auf private Initiative setzt - staatlich unterstützt -, heute 50 Prozent des Weltmarktes für große Verkehrsflugzeuge aus Europa zu bedienen."

Ähnliche Erfolge seien auch in der Digitalisierung möglich, hofft der Wirtschaftsminister, zu dessen Aufgaben es gehört, Optimismus zu verbreiten. Ein nicht unwichtiger Faktor bei der wirtschaftlichen Entwicklung.

Wirtschaftsminister Altmaier präsentiert Herbstprognose
M. Mair, ARD Berlin
11.10.2018 14:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Oktober 2018 um 17:00 Uhr.

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