Gebäude mit Facebook-Logo | AFP

US-Kartellbehörde Neue Monopol-Klage gegen Facebook

Stand: 19.08.2021 20:49 Uhr

Hat sich Facebook durch Zukäufe von Wettbewerbern eine Monopolstellung gesichert? Das wirft die US-Kartellbehörde dem Konzern vor. Nachdem ein erster Versuch abgewiesen wurde, reichte die Behörde nun eine überarbeitete Klage ein.

Im Streit um die Marktmacht von Facebook hat die US-Kartellbehörde FTC eine überarbeitete Monopol-Klage gegen den Internetriesen eingereicht. In der Klageschrift wirft die FTC dem Konzern unter anderem vor, seine marktbeherrschende Stellung mit "wettbewerbsfeindlichen Übernahmen" verteidigt zu haben. Verwiesen wird auf den Kauf der Online-Dienste Instagram im Jahr 2012 und WhatsApp 2014.

"Nachdem es im Wettbewerb mit neuen Innovatoren nicht mithalten konnte, hat Facebook sie illegalerweise gekauft oder beerdigt, als ihre Beliebtheit eine existenzielle Bedrohung wurde", erklärte FTC-Vertreterin Holly Vedova. "Dieses Verhalten ist nicht weniger wettbewerbsfeindlich, als wenn Facebook neue App-Wettbewerber bestochen hätte, damit sie nicht in den Wettbewerb einsteigen."

Erste Klage abgewiesen

Ein Bundesrichter hatte eine erste FTC-Klage gegen Facebook im Juni zurückgewiesen. Er bemängelte unter anderem, die Wettbewerbshüter hätten nicht schlüssig darlegen können, dass Facebook ein Monopol auf dem Markt der Online-Netzwerke geschaffen habe. Die Klage enthalte "fast nichts Konkretes zur entscheidenden Frage, wie viel Macht Facebook tatsächlich hat", erklärte der Richter. Er erlaubte der FTC aber, eine überarbeitete Klage vorzulegen, was die Behörde nun tat.

In einer ersten Stellungnahme erklärte Facebook, an der ursprünglichen Feststellung, dass das Unternehmen kein Monopol habe, habe sich nichts geändert. Deshalb habe die neue Klage auch keine Erfolgsaussicht. Man wolle die neue Klage dennoch prüfen und sich dann ausführlicher äußern. Die marktbeherrschende Stellung von Online-Riesen wie Facebook, Google und Amazon hat Wettbewerbshüter in einer Reihe von Ländern auf den Plan gerufen.

Über dieses Thema berichtete BR24 Nachrichten am 19. August 2021 um 21:00 Uhr.