Das Logo des Internationalen Währungsfonds (IWF) an dessen Hauptsitz in Washington. | dpa

Folgen der US-Zinswende IWF warnt vor Gefahr für Schwellenländer

Stand: 10.01.2022 13:07 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor einer zu schnellen Straffung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Die Folgen könnten Kapitalabflüsse und Währungsabwertungen in Schwellenländern sein.

Schwellenländer drohen in Bedrängnis zu geraten, sollte das Tempo der Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve, kurz Fed, zu schnell anziehen. Davor warnt der Internationale Währungsfonds (IWF).

"Schnellere Zinserhöhungen der Fed könnten die Finanzmärkte erschüttern und weltweit zu einer Straffung der Finanzierungsbedingungen führen", heißt es in einem heute veröffentlichten Blog-Beitrag des IWF. Diese Warnung gelte insbesondere für die Auswirkungen auf Schwellenländer, denen in diesem Fall Kapitalabflüsse und Abwertungen ihrer Währungen drohten.

Mögliche Abkehr vom Krisenmodus

Der Warnung des IWF war ein Beschluss der Fed aus einer Dezember-Sitzung vorausgegangen. Angesichts der hohen Inflation solle die Abkehr des Krisenmodus eingeleitet werden, meinen die Notenbanker. Zugleich signalisierte die Fed für 2022 im Mittel drei Zinsschritte nach oben. Damit könnte der geldpolitische Schlüsselsatz dann am Ende des laufenden Jahres in einer Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent liegen. Aktuell hält sie ihn in einem Korridor von null bis 0,25 Prozent.

Aus den unlängst veröffentlichen Protokollen der vergangenen Zinssitzung lesen manche Analysten und Marktbeobachter heraus, dass die Notenbank mit der Straffung sogar schneller beginnen und mehr als drei Zinserhöhungen ins Auge fassen könnte. So hatte der Chef des Bezirks St. Louis des amerikanischen Zentralbank-Systems, James Bullard, jüngst über eine Zinserhöhung bereits im März nachgedacht.

Höchste US-Teuerungsrate seit 1982

Die US-Teuerungsrate ist im November auf 6,8 Prozent geklettert - der höchste Wert seit Juni 1982. Aus der Corona-Krise resultierende Lieferprobleme, Materialengpässe und geradezu explodierende Energiekosten trieben die Inflation nach oben.

Der IWF sieht die Gefahr, dass bei einem Ansteigen des US-Lohnniveaus auf breiter Front und einem Anhalten der Lieferengpässe die Preise stärker als erwartet anziehen könnten. Darauf dürfte die Fed dann aus Sicht des Währungsfonds mit schnelleren Zinserhöhungen reagieren.

Über dieses Thema berichtete BR24 in den Börsenmeldungen am 10. Januar 2022 um 07:07 Uhr.