Zentrale der Weltbank in Washington D.C | picture alliance / Photoshot

Staatsfinanzen der Ukraine IWF und Weltbank planen Milliardenhilfen

Stand: 02.03.2022 14:18 Uhr

Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank bereiten neue Finanzhilfen für die Ukraine vor. Eine erste Tranche könnte schon in wenigen Tagen fließen. Auch Nachbarstaaten sollen Unterstützung erhalten.

Die Weltbank will in den kommenden Tagen eine kurzfristige Kreditzahlung in Höhe von 350 Millionen Dollar an die Ukraine auf den Weg bringen. Das hat der Chef der multinationalen Entwicklungsbank, David Malpass, angekündigt. Ziel sei es, den Haushalt des Landes zu stabilisieren.

Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sollen dabei laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters keine Beschränkungen für den Einsatz der Gelder auferlegt werden. Bereits Ende der Woche solle ein Entwurf für eine Genehmigung vorliegen, hieß es. Allerdings könne die Zahlung gestoppt werden, sollte die Befürchtung bestehen, dass sie wegen militärischer Erfolge Russlands nicht in die Hände der ukrainischen Regierung fällt.

Auch Hilfe für Gesundheits- und Bildungsprojekte

In Kürze soll zudem ein Paket von 200 Millionen Dollar für Gesundheits- und Bildungsprojekte folgen. In den kommenden Monaten will die Weltbank das Hilfspaket auf ein Volumen von drei Milliarden US-Dollar ausweiten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich ebenfalls an einer umfangreichen Hilfe für die Ukraine beteiligen. Zusammen mit der Weltbank will die Sonderorganisation der Vereinten Nationen in den kommenden Wochen und Monaten zusätzliche Finanzmittel in Milliardenhöhe für die Ukraine bereitstellen.

Turbulenzen an den Finanzmärkten

Der Krieg treibe die Rohstoffpreise in die Höhe, was die Inflation weiter anheizen könnte, teilten IWF-Chefin Kristalina Georgieva und Weltbank-Präsident Malpass in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Störungen auf den Finanzmärkten würden sich dadurch weiter verschärfen. Auch die von den USA, Europa und anderen Verbündeten verhängten Sanktionen hätten erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Das IWF-Exekutivdirektorium könnte den Antrag der Ukraine auf eine Notfinanzierung bereits in der kommenden Woche prüfen.

Außerdem gingen die Bemühungen weiter, der Ukraine eine Kreditlinie für Zahlungsbilanzprobleme in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar bereitzustellen, erklärte Georgiewa. Beide in Washington angesiedelten Finanzorganisationen sagten auch Nachbarländern der Ukraine Hilfe zu, die jetzt Flüchtlinge aufnehmen und versorgen.

Über dieses Thema berichtete BR24 Aktuell am 01. März 2022 um 19:00 Uhr.