Mitarbeiter des Volkswagen-Werks in Sachsen montieren den Dachhimmel eines Autos. | Bildquelle: ZB

Automobilindustrie Der Motor läuft nicht mehr rund

Stand: 07.09.2020 09:37 Uhr

Lange galt die Automobilindustrie als Garant für das Wachstum der deutschen Wirtschaft. Doch die Corona-Pandemie trifft die Branche hart - der einstige Wirtschaftsmotor ist ins Stottern geraten.

Die Automobilindustrie hat ihre Rolle als treibende Kraft für das deutsche Wirtschaftswachstum verloren. Das zeigt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), die dem "Handelsblatt" vorliegt.

Pandemie trifft die Branche hart

Demnach habe die Corona-Pandemie "die Autoindustrie im Branchenvergleich hart getroffen". Die globalen Lieferketten seien zunächst unterbrochen worden, ehe im April die Fertigung in Deutschland weitgehend stillgelegt wurde, so das Institut.

Die Branche sei jetzt "mit einem Nachfrageschock konfrontiert, von dem sie sich nur langsam wieder erholt", heißt es in der Studie weiter.

"Autoindustrie wird als Wachstumslokomotive ausfallen"

Die Situation werde außerdem dadurch erschwert, dass bereits hohe Überkapazitäten existierten und der technologische Wandel die Geschäftsergebnisse belaste.

"In der Folge steht die Autoindustrie erstmals nach einem Jahrzehnt wieder vor spürbaren Personalanpassungen und wird als Wachstumslokomotive für den Standort Deutschland zunächst ausfallen", resümieren die Forscher in der Studie.

Gipfel mit Branchen-Vertretern geplant

Im Kanzleramt ist derweil ein Treffen mit Vertretern der Automobilindustrie mit der Bundesregierung und Ländervertretern geplant.

Im Vorfeld forderte die CSU bereits weitere Hilfen für die Branche. Demnach will CSU-Chef Markus Söder die Autoindustrie mit weiteren zehn Milliarden Euro für Batteriezellforschung und -produktion in Deutschland unterstützen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht dagegen keinen Ergänzungsbedarf zum bestehenden Konjunkturpaket.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. September 2020 um 15:35 Uhr.

Darstellung: