Eine italienische Euromünze | Bildquelle: dpa

Italien senkt Prognose drastisch Nur noch 0,2 statt 1,0 Prozent Wachstum

Stand: 09.04.2019 22:25 Uhr

Innerhalb der Eurozone ist Italien die drittgrößte Wirtschaftsmacht, beim Wachstum aber Schlusslicht. Die Regierung rechnet für 2019 nur noch mit einem Mini-Plus - und dürfte dazu ihren Teil beigetragen haben.

Die italienische Regierung hat für das laufende Jahr ihre Wachstumsprognose drastisch gesenkt. Das Kabinett verabschiedete das sogenannte Wirtschafts- und Finanzdokument, in dem die Finanzziele festgelegt werden. Demnach wird nur noch ein minimales Wachstum der Wirtschaftsleistung (BIP) um 0,2 Prozent erwartet. Zuvor lag die Prognose für diesen Zeitraum bei 1,0 Prozent.

Für das laufende Jahr rechnet die Regierung in Rom darüber hinaus mit einem Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Sie hatte sich gegenüber der EU-Kommission allerdings verpflichtet, ein Defizit von 2,04 Prozent einzuhalten. Mit Verweis auf die mit der EU-Kommission "vereinbarte Flexibilität" rechne die Regierung aber damit, die EU-Regeln nicht zu verletzen.

Wohl auch Folge der eigenen Wirtschaftspolitik

Wenige Stunden vor dem Regierungstreffen in Rom hatte der Internationale Währungsfonds noch erklärt, dass für Italien ein Wachstum von 0,1 Prozent und ein Haushaltsdefizit von 2,7 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet werde. Ende März hatte Italiens Wirtschaftsminister Giovanni Tria bereits drauf hingewiesen, dass die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Eurozone in diesem Jahr eher stagniert. Tria hatte gesagt, Italien steuere "auf ein Nullwachstum zu".

Die verschlechterten Aussichten für die italienische Volkswirtschaft sind zum Teil Folge eines weltweiten Konjunkturabschwungs. Nach Einschätzung von Volkswirten wirkt sich aber die Wirtschaftspolitik der Regierungskoalition aus der rechten Partei Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung negativ aus. Sie hat zum Beispiel eine teure Rentenreform und neue Sozialleistungen beschlossen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. April 2019 um 01:00 Uhr in den Nachrichten.

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