VW-Spitze nach Aufsichtsratssitzung | Bildquelle: REUTERS

Volkswagen Milliarden für die E-Mobilität

Stand: 15.11.2019 20:56 Uhr

Volkswagen will es mit dem US-amerikanischen E-Auto-Bauer Tesla aufnehmen. Dazu stellte die Konzernspitze heute ihre Investionsplanung vor. Noch einmal gibt es mehr Geld für E-Mobility.

Knapp 60 Milliarden Euro will Volkswagen in den kommenden fünf Jahren in Zukunftsthemen investieren, mehr als die Hälfte davon, nämlich 33 Milliarden, in E-Mobilität. Nach einer Aufsichtsratssitzung sagte Konzernchef Herbert Diess, E-Mobilität sei unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Bis 2029 solle die Gesamtzahl der Elektromodelle auf etwa 75 steigen. Hinzu kommen sollen noch 60 Hybridversionen. Mit dem Milliardenprogramm reagiert VW offenbar auch auf die überraschende Ankündigung von Tesla-Chef Elon Musk, in Brandenburg ein Werk für E-Autos zu errichten.

VW ID.3 | Bildquelle: dpa
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Ein VW ID.3. Bis 2029 soll es mehr als 70 weitere VW-E-Autos geben.

Betriebsrat zufrieden

Der Volkswagen-Betriebsrat sieht durch die Planungen die 670.000 Arbeitsplätze weltweit gesichert, trotz der angespannten Wirtschaftslage. 300.000 Menschen arbeiten allein in Deutschland für Volkswagen. Betriebsratschef Bernd Osterloh ist sich sicher: "Nach Zwickau, Emden und Hannover wird auch Audi in Deutschland und das VW-Werk in Bratislava von der Elektrifizierung profitieren." Ein Großteil der Elektro-Investitionen geht allerdings nach China, wo die Standorte Foshan und Anting auf die E-Auto-Produktion vorbereitet werden. Profitieren werden laut den Plänen auch Skoda in Mlada Boleslaw und ein Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee.

Kommt das VW-Werk in der Türkei?

Unklar bleibt, ob ein geplantes neues Werk für den bislang in Emden gefertigten VW Passat in der Türkei gebaut wird. Wegen der international kritisierten türkischen Militäroffensive in Nord-Syrien hatte die VW-Spitze den Beschluss auf Eis gelegt.

Der künftige Audi-Chef, Markus Duesmann | Bildquelle: AP
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Markus Duesmann ist der neue Hoffnunsgträger bei Audi.

Ein neuer Hoffnungsträger für Audi

Große Hoffnungen setzt Wolfsburg in den künftigen Audi-Chef Markus Duesmann. Der frühere BMW-Manager übernimmt im April 2020 von Bram Schot. Dieser hatte erst im vergangenen Jahr die Nachfolge von Rupert Stadler angetreten, der wegen des Dieselskandals gehen musste. Duesmann war seit Langem der Wunschkandidat von Volkswagen-Boss Diess. VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch: "Mit ihm holt das Unternehmen einen der erfahrensten und profiliertesten Experten der Automobilindustrie."

Das Land Niedersachsen als zweitgrößter VW-Eigner begrüßte die Beschlüsse des Aufsichtsrates. Ministerpräsident Stephan Weil sagte, von den bis 2024 vereinbarten Investitionen flössen insgesamt 16 Milliarden Euro nach Niedersachsen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. November 2019 um 17:38 Uhr.

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