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Ausgezeichnet für "Lösung des Abgasproblemes" Ein "unwürdiger" Nobelpreis für VW

Stand: 23.09.2016 12:42 Uhr

Das hat VW gerade noch gefehlt: Der Autohersteller hat an der US-Eliteuniversität Harvard einen "Ig-Nobelpreis" in Chemie bekommen: VW habe das Abgasproblem gelöst, in dem Autos im Test weniger ausstoßen als sonst.

Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Das gab es selbst bei den verrückten Nobelpreisen noch nie. Volkswagen wurde mit dem Ig-Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet, weil die Firma das Problem hoher Abgaswerte gelöst hat. "Wenn das Auto getestet wurde, hat es immer weniger verbraucht", so Zeremonienmeister Marc Abrahams. "Leider kann oder will der der Gewinner heute nicht bei uns sein."

Was wie ein großer Spaß klingt, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. Seit 24 Jahren werden die Ig-Nobelpreise vergeben. "Jeder Gewinner hat etwas erfunden, was die Menschen erst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringt," so Marc Abrahams.

Zeremonienmeister Marc Abrahams hält die Ig Nobelpreis-Trophäe hoch. | Bildquelle: REUTERS
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Zeremonienmeister Marc Abrahams hält die Ig Nobelpreis-Trophäe hoch. Der Preis wird in der Harvard-Universität in Cambridge verliehen.

Weiße Pferde sind klar im Vorteil

Der Nobelpreis für Physik ging an diesem Jahr an ein Team, das herausgefunden hat, dass weiße und gestreifte Pferde weniger von Pferdebremsen gestochen werden als schwarze: "Du bist also besser ein weißes Pferd, wenn Du nicht gestochen werden willst", empfahl die strahlende Preisträgerin.

Die Gewinner des Ig-Nobelpreises (ein Wortspiel mit englisch ig-noble = unwürdig) für Medizin zeigte,  wie man das Gehirn täuschen kann. "Wenn es im linken Arm juckt und man stellt sich vor den Spiegel und kratzt sich den rechten Arm, der im Spiegel ja wie der linke aussieht, spürt man trotzdem eine Erleichterung," so Entdecker Andreas Sprenger von der Universität Lübeck.

Andreas Sprenger steht auf der Bühne und hält eine Dankesrede bei der Verleihung des Ig Nobelpreises in Medizin. | Bildquelle: dpa
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Andreas Sprenger bei seiner Dankesrede für den Ig-Nobelpreis in Medizin. Neben ihm stehen drei lebende Uhren.

Ein Mann mit großer Uhr und Hut schiüttelt einem Preisträger die Hand. | Bildquelle: REUTERS
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Laudator und Medizin-Nobelpreisträger Rich Roberts gratuliert Atsugi Higashiyama aus Japan.

Skurrile Vorstellung an der Harvard-Uni

Die Preisverleihung ist bizarr. Wer zu lange redet, wird von einer lebenden Alarmglocke unterbrochen. Die Uhr hat 61 Sekunden. Zu Beginn werden die Zuschauer gebeten, ihre Handys auszumachen, aber kräftig zu twittern. Es gibt lebende Lampen. Wenn zu viel Sex im Spiel ist, erklingt eine Tröte. Das Preisgeld beträgt 100 Billionen Simbabwe Dollar.

Auch wenn die Erkenntnisse auf den ersten Blick lächerlich klingen, man kann sich gut vorstellen, dass sie einen ernsten Hintergrund bekommen. Die Paten der Preisträger sind alle echte Nobelpreisträger.

Öfter mal bücken

Zehn Nobelpreise wurden verliehen. Die Gewinner im Fach Psychologie hatten 1000 Lügner gefragt, wie oft sie lügen und herausgefunden: zwei- bis fünfmal am Tag. Ältere Menschen sind ehrlicher als jüngere.

Der Erkenntnis-Preis ging an zwei Japaner. Atsugi Higashiyama und sein Kollege haben bewiesen, dass man ab und zu die Perspektive wechseln muss: Wenn man sich bückt und durch seine Beine schaut, schrumpfen die Dinge und sehen kleiner aus, als wenn man erhobenen Hauptes steht.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. September 2016 um 09:10 Uhr

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