Eine Frau schiebt einen fast leeren Einkaufswagen durch einen Supermarkt im bayerischen Neubiberg. | dpa

Handelsverband Deutsche hamstern wieder weniger

Stand: 14.04.2022 12:08 Uhr

Leere Regale, volle Einkaufswagen: Die Deutschen haben angesichts des Kriegs gegen die Ukraine in den vergangenen Wochen erneut Lebensmittel auf Vorrat gekauft. Laut Handelsverband normalisiert sich das Kundenverhalten nun wieder etwas.

Ausverkauf von Mehl, Sonnenblumenöl und weiteren Grundnahrungsmitteln: Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs gab es in Deutschland in den vergangenen Wochen erneut vermehrt Vorratskäufe. Die Phase der Hamsterkäufe hält der Handelsverband Deutschland (HDE) nun vorerst für beendet. "Das Kundenverhalten hat sich jetzt ein bisschen normalisiert", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der "Rheinischen Post". "Der Lebensmittelhandel läuft ordentlich, die Leute verhalten sich offenbar besonnener als vor zwei oder drei Wochen", fuhr er fort.

Genth bezeichnete die Hamsterkäufe, die sich zuletzt auf scheinbar knappe Güter wegen des Ukraine-Kriegs bezogen, als "irrationale Verbraucherentscheidung, bei der das Bauchgefühl den Einkauf bestimmt". Nötig sei das nicht: "Unsere Lebensmittelversorgung ist sehr sicher. " 

Weiterhin Lieferschwierigkeiten

Tatsächlich hatten Politik und Wirtschaft zuletzt an die Bevölkerung appelliert, auf umfangreiche Vorratskäufe zu verzichten. Genth hält das Hamstern für ein "offensichtlich deutsches Phänomen". In Italien und Spanien beispielsweise seien die Regale voll. 

Gleichwohl gestand er ein, dass es weiterhin Lieferschwierigkeiten gebe. "88 Prozent der Unternehmen haben Probleme bei der Beschaffung von Waren", sagte er. Betroffen seien etliche Branchen, besonders der Bau- und Heimwerkermarkt, die Möbelbranche und der Lebensmittelhandel.

Auswirkungen durch Corona-Lockdown in China

Das liege auch am neuen Corona-Lockdown in China und den damit verbundenen Schließungen von Häfen. Diese wirkten sich verzögert in Europa aus. Lieferzeiten könnten dann auch mal sechs bis acht Wochen länger sein, und das werde sich bis in den September hineinziehen, sagte Genth. "Es ist also beispielsweise auch die Wintermode betroffen."

Anlass zur Sorge sieht er allerdings nicht. "Wir beziehen ja nicht nur Ware aus China, sondern beispielsweise auch aus Bangladesch und Myanmar oder aus Afrika, wo Textilunternehmen mitunter auch eigene Werke haben."

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 14. März 2022 um 00:25 Uhr.