Der Mercedes-Stern ist auf dem Turm des Stuttgarter Hauptbahnhofs zu sehen.  | Bildquelle: dpa

Deutsche Autokonzerne Im Kreuzfeuer des Handelskonflikts

Stand: 22.06.2018 10:41 Uhr

Die deutschen Autokonzerne geraten ins Kreuzfeuer des drohenden Handelskriegs zwischen China und den USA. Denn viele deutsche Autos, die in China verkauft werden, kommen aus Fabriken in den USA.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Die drei großen deutschen Auto-Konzerne haben in den vergangenen Jahrzehnten enorm vom internationalen Handel und von den Möglichkeiten der weltweiten Liefer- und Produktionsketten profitiert. Bei einem Handelskrieg zwischen den USA und China würde die globalisierte Produktion plötzlich zu einem Nachteil. Denn China und die USA haben gegenseitig damit gedroht, Produkte aus dem jeweils anderen Land mit heftigen Sonderzöllen zu belegen: unter anderem Autos.

Von den deutschen Autoherstellern träfe das vor allem BMW und Daimler. Denn beide Unternehmen produzieren in den USA einige ihrer Modelle für den chinesischen Markt.

90.000 Autos für China

Am Beispiel BMW: Der Dax-Konzern hat ein Werk in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina und baut dort Autos der Modellreihen X4, X5 und X6 für den chinesischen Markt. Vergangenes Jahr wurden von dort nach Firmenangaben etwa 90.000 Autos nach China geliefert. Wenn China künftig Sonderzölle auf Made-in-USA-Autos erhebt, wäre BMW entsprechend betroffen.

Ein BMW Modell bei der Auto Shanghai 2017 Messe | Bildquelle: AP
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BMW-Modell bei einer Messe in Shanghai: BMW baut in den USA für den chinesischen Markt.

Gewinnwarnung bei Daimler

Auch Daimler baut SUV in den USA, genauer gesagt in Tuscaloosa in Alabama. Für den chinesischen Markt laufen dort die Modelle GLE, GLE Coupe und GLS vom Band. Wie viele, will Daimler nicht sagen. Allerdings waren mögliche Zölle auf diese Autos ein Grund für die offizielle Gewinnwarnung, die Daimler nun herausgeben musste.

Auch Volkswagen hat ein Werk im Süden der USA. Autos, die nach China gehen, werden dort aber nach Konzernangaben nicht gebaut.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Juni 2018 um 12:41 Uhr in der Wirtschaft.

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