Renaults Konzernchef Carlos Ghosn | Bildquelle: JEREMY LEMPIN/EPA-EFE/REX

Gerichtsentscheid in Tokio Ghosn bleibt weiter in Haft

Stand: 23.12.2018 07:50 Uhr

Automanager Ghosn wird auch den Jahreswechsel im Gefängnis verbringen. Ein Gericht in Tokio verlängerte die Untersuchungshaft um zehn Tage. Zuvor hatten Ermittler neue Vorwürfe gegen den Renault-Chef erhoben.

Der in Japan inhaftierte Renault- und Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn muss länger im Gefängnis bleiben. Ein Tokioter Gericht verlängerte die Untersuchungshaft um zehn Tage. Hintergrund ist ein neuer Haftbefehl, der am Freitag ausgestellt worden war. Dabei geht es um den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, dass der Manager um 2008 herum persönliche Schulden in Höhe von knapp 17 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) bei dem japanischen Autobauer abgeladen haben soll. Medienberichten zufolge wies Ghosn auch die neuen Anschuldigungen zurück.

Ghosn war am 19. November festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, jahrelang sein Einkommen nicht vollständig angegeben und damit gegen Börsenauflagen verstoßen zu haben. Zwischen 2011 und 2015 soll nur die Hälfte von Ghosns Einkommens deklariert worden sein. Die nicht angegebene Summe soll 39 Millionen Euro betragen.

Die Staatsanwälte legen nach

In der Folgezeit war die Untersuchungshaft wegen neuer Vorwürfe bereits einmal verlängert worden. Am Donnerstag sah es noch so aus, dass Ghosn in Kürze freikommen könnte, weil ein Bezirksgericht es ablehnte, die Untersuchungshaft ein zweites Mal zu verlängern. Doch am Freitag erhob die Staatsanwaltschaft abermals einen neuen Vorwurf und erließ zum nunmehr dritten Mal Haftbefehl.

Seit Ghosn festgenommen wurde, wankt die Auto-Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi. Der Manager war jahrelang die treibende Kraft hinter dem Bündnis. Während Ghosn wegen des Finanzskandals bei Nissan und Mitsubishi seiner Ämter enthoben wurde, muss er seinen Chefposten bei Renault bisher dagegen nur ruhen lassen.

Neuer Haftbefehl gegen Ex-Nissanchef Ghosn
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
23.12.2018 09:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 23. Dezember 2018 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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