Carlos Ghosn | Bildquelle: AFP

Ex-Nissan-Manager Neue Vorwürfe gegen Ghosn

Stand: 11.01.2019 09:11 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Tokio erhebt neue Vorwürfe gegen den früheren Nissan-Manager Ghosn: Er soll auch in den Jahren 2015 bis 2018 sein Einkommen zu niedrig angegeben und schweren Vertrauensbruch begangen haben.

Der frühere Nissan-Chef Carlos Ghosn soll auch in den drei vergangenen Geschäftsjahren sein Einkommen zu niedrig angegeben haben. Diesen Vorwurf erhebt die Tokioter Staatsanwaltschaft gegen den inhaftierten Ex-Manager.

Angeklagt wurden in diesem Zusammenhang auch der frühere Nissan-Manager Greg Kelly und Nissan als juristische Person.

Die Behörden werfen Ghosn außerdem schweren Vertrauensbruch vor: Seinem Anwalt zufolge geht es um die vorübergehende Übertragung von Verlusten aus persönlichen Anlagen auf die japanische Autofirma im Jahr 2008.

Renaults Konzernchef Carlos Ghosn | Bildquelle: JEREMY LEMPIN/EPA-EFE/REX
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Aus der Sicht der Tokioter Staatsanwälte besteht bei Carlos Ghosn Fluchtgefahr.

Seit 19. November in Untersuchungshaft

Ghosn sitzt seit dem 19. November in Untersuchungshaft, weil er seine Einkünfte in den Jahren 2010 bis 2015 nicht vollständig angegeben haben soll. Er selbst hält sich für unschuldig und wies die Vorwürfe bei seiner ersten Anhörung vor Gericht zurück.

Erst am Mittwoch hatte das Gericht seinen Antrag auf Freilassung abgelehnt: Es bestehe Fluchtgefahr und das Risiko, dass Ghosn Beweismittel vernichten könne, hieß es zur Begründung.

Nissan hat Ghosn kurz nach seiner Inhaftierung entlassen, sein Chefposten bei Renault muss er hingegen nur ruhen lassen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Januar 2019 um 09:15 Uhr in den Nachrichten.

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