Lebensversicherung

Pläne des Bundesfinanzministeriums Zinsen für Lebensversicherungen sollen weiter sinken

Stand: 02.05.2016 18:30 Uhr

Die Lebensversicherung ist noch immer ein beliebtes Vorsorgemodell der Deutschen. Doch wegen der Niedrigzinsphase befindet sich auch der Garantiezins für die Policen seit längerem auf Talfahrt. Nun plant das Bundesfinanzministerium eine weitere Absenkung für Neuverträge.

Für neue Kunden von klassischen Lebensversicherungen gibt es schon bald weniger Zinsen. Der sogenannte Garantiezins soll von 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent sinken - und zwar zum 1. Januar 2017. Aus dem Bundesfinanzministerium wurden Pläne für eine entsprechende Verordnung bestätigt. Vor der Änderung will das Ministerium Experten und Branchenvertreter anhören.

Garantiezins mehrfach gesenkt

Der Garantiezins bestimmt, welche Rendite Lebensversicherer ihren Kunden maximal versprechen dürfen. Mit dem Garantiezins - auch Höchstrechnungszins genannt - können Kunden nach Abzug der Abschluss- und Verwaltungskosten sicher rechnen. Da es wegen der anhaltenden Niedrigzinsen immer schwieriger wird, die zusgesagten Renditen zu erwirtschaften, wurde der Garantiezins schon mehrfach gesenkt - zuletzt zum 1. Januar von 1,75 auf die aktuellen 1,25 Prozent. Festgelegt wird er per Verordnung vom Bundesfinanzministerium. Auch eine komplette Abschaffung wurde diskutiert. Bis 2018 soll an dem Modell festgehalten werden.

Aus dem Bundesfinanzministerium heißt es, die Anpassung spiegele die Marktverhältnisse wider. Zugleich setze die Senkung auf unter ein Prozent ein klares Signal, dass Lebensversicherer ihre Rückstellungen noch vorsichtiger kalkulieren müssten. Die Branche stöhnt bereits jetzt unter dem anhaltend niedrigen Zinsniveau und muss zugleich für Altverträge hohe Zinsen zahlen - teilweise vier Prozent.

"Der Schritt ist zu stark und kommt zu früh"

Kritik an dem Schritt kommt vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) und einzelnen Unternehmen der Branche. Er sei zu stark und komme zu früh, heißt es von Seiten des GDV. Im Schnitt erwirtschafteten die Anbieter bei den Neuverträgen 2015 immer noch Renditen von mehr als zwei Prozent. Die Anpassung zu Beginn des nächsten Jahres sei zu kurzfristig, da die Unternehmen ihre Produkte neu kalkulieren müssten.

Durch die weitere Senkung des Garantiezinses dürfte die klassische Lebensversicherung noch unattraktiver werden. Europas größter Versicherer Allianz erklärte, man biete die Lebensversicherung zwar noch an, könne sie aber wegen höherer Rendite-Chancen anderer Vorsorgeprodukte nicht mehr empfehlen.

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