Die Logos der Apps von Twitter (von links), Facebook und WhatsApp. | Bildquelle: AP

Macht des sozialen Netzwerks Mitgründer will Facebook zerschlagen

Stand: 09.05.2019 20:37 Uhr

Innerhalb von zwei Monaten geht ein weiterer Facebook-Insider an die Öffentlichkeit und fordert die Zerschlagung des Konzerns. Diesmal ist es der Mitgründer, der vor Marktmacht und Einflussnahme des Giganten warnt.

Chris Hughes und Mark Zuckerberg sind alte Weggefährten: Mitte der 2000er-Jahre bauten sie als Harvard-Studenten das soziale Netzwerk Facebook auf. Zuckerberg ist inzwischen zum CEO aufgestiegen, Hughes darf sich immerhin noch Mitgründer nennen. Ausgerechnet er macht sich dafür stark, den Konzern zu zerschlagen. Das Online-Netzwerk müsse gezwungen werden, die Fotoplattform Instagram und den Chatdienst WhatsApp wieder abzustoßen, schreibt Hughes in einem Gastbeitrag für die "New York Times".

Facebook habe sich unter anderem dank der Übernahmen von Instagram und WhatsApp eine Monopolposition gesichert, argumentierte Hughes, der das Unternehmen vor mehr als einem Jahrzehnt verlassen hatte. "Selbst wenn Leute Facebook verlassen wollen, haben sie keine wirkliche Alternative", schrieb er.

Facebook hatte Instagram 2012 für rund eine Milliarde Dollar gekauft und WhatsApp zwei Jahre später für rund 22 Milliarden Dollar. Es sei ein Fehler der US-Wettbewerbsaufsicht FTC gewesen, diese Deals zu erlauben, so Hughes. Denn die Dominanz von Facebook verhindere neuen Wettbewerb in der Branche.

Der Ex-Mentor als schärfster Kritiker

Innerhalb kürzester Zeit rechnet damit ein zweiter ehemaliger Partner Zuckerbergs mit Facebook ab. Bereits im März forderte der langjährige Mentor des Konzernchefs, Roger McNamee, auf der Technikmesse "South by Southwest" die Zerschlagung des Tech-Giganten im Silicon Valley. Dem langjährigen Facebook-Investor ist vor allem der unregulierte Datenhandel ein Dorn im Auge.

Die Marktmacht der Internet-Unternehmen wurde zuletzt verstärkt zu einem Thema in der US-Politik. So hat sich die demokratische Senatorin Elizabeth Warren bei ihrer Bewerbung um die Präsidentschaft im Jahr 2020 auf die Fahnen geschrieben, die Konzerne zu entflechten.

Zuckerberg hatte jüngst angekündigt, Facebook stärker auf private und verschlüsselte Kommunikation auszurichten, die auch das Online-Netzwerk nicht mitlesen könne. Dafür soll auch eine gemeinsame technische Infrastruktur für WhatsApp, Facebooks zweiten Chat-Dienst Messenger und die Mitteilungsfunktion von Instagram geschaffen werden. Hughes schloss sich der Meinung an, dass dies eine Zerschlagung erschweren würde - deswegen sei es wichtig, schnell zu handeln.

Facebook-Mitgründer spricht sich für Zerschlagung der Plattform aus
Nicole Markwald, ARD Los Angeles
09.05.2019 20:50 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 09. Mai 2019 um 18:13 Uhr.

Darstellung: