Facebook soll im Datenschutzskandal eine Milliardenstrafe zahlen. | Bildquelle: AFP

Datenschutzskandal Facebook soll Milliardenstrafe zahlen

Stand: 13.07.2019 12:26 Uhr

Im Datenschutzskandal haben sich Facebook und die US-Verbraucherschutzbehörde FTC auf einen Vergleich geeinigt. Medienberichten zufolge muss der Social-Media-Gigant fünf Milliarden Dollar zahlen.

Wegen gravierender Datenschutzverstöße muss Facebook in den USA einem Medienbericht zufolge eine Strafe von fünf Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) zahlen. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC stimmte einem milliardenschweren Vergleich zu, wie das "Wall Street Journal" am Freitag berichtete.

Die FTC hatte im vergangenen Jahr Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes des Konzerns gegen eine im Jahr 2011 geschlossene Verpflichtung zu mehr Datenschutz eingeleitet. Die drei republikanischen Vertreter der Behörde votierten dem Bericht zufolge für den Vergleich, die zwei demokratischen Vertreter dagegen. Das Justizministerium muss der Entscheidung noch zustimmen. Es folgt jedoch in der Regel den Empfehlungen der US-Behörde.

US-Senator Richard Blumenthal etwa zeigte sich entrüstet. Mit den berichteten fünf Milliarden Dollar werde Facebook noch nicht einmal ein "Klaps" gegeben. Für den Internetgiganten sei eine solche Strafzahlung doch bloß ein Kinderspiel, beklagte er.

Es wäre eine Rekordstrafe

Es wäre die höchste bislang wegen Datenschutzverstößen verhängte Strafe. Allerdings würde die Strafe nicht einmal einem Zehntel des Facebook-Gewinns von knapp 56 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr entsprechen.

Der Facebook-Konzern äußerte sich dazu bisher nicht.  Ende April hatte der Konzern angekündigt, er habe bereits vorsorglich drei Milliarden Dollar zur Seite gelegt.

Ausgelöst worden waren die Ermittlungen der FTC gegen den Internetkonzern durch den Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten durch die Datenanalysefirma Cambridge Analytica. Die britische Firma hatte heimlich die Daten von rund 87 Millionen Nutzern abgefischt. Sie wurden unter anderem für den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump benutzt.

In der 2011 geschlossenen Vereinbarung mit der FTC hatte das Unternehmen einen transparenteren Umgang mit Nutzerdaten zugesagt. Auch sicherte Facebook zu, die Nutzer in klarerer Form als zuvor darüber zu informieren, wenn deren Informationen mit Dritten geteilt werden sollten. 

Datenschutzskandal: Facebook muss millardenschwere Strafe zahlen
Nicole Markwald, ARD Los Angeles
13.07.2019 06:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juli 2019 um 06:00 Uhr.

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