Das Logo von Meta wird auf einem Smartphone angezeigt. Im Hintergrund sind die Logos von Facebook, Messenger, Instagram, Whatsapp und Oculus zu sehen. | dpa

200 Milliarden an Börsenwert futsch Das Facebook-Beben

Stand: 03.02.2022 20:15 Uhr

Geht die Erfolgsstory von Facebook zu Ende? Das soziale Netzwerk lockt kaum noch neue Kunden an. Die Anleger reagierten geschockt. Der Mutterkonzern Meta büßt in der Folge ein Viertel seines Börsenwerts ein.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist das Lachen vergangen - denn sein Unternehmen erlebte heute den wohl schwärzesten Tag seiner Geschichte. Die Aktien des Mutterkonzerns Meta sackten an der Nasdaq um 26 Prozent ab. Das ist der größte Tagesverlust, den die Facebook-Titel seit dem Börsengang 2012 erlitten. Binnen eines Tages löste sich der Börsenwert von Meta um rund 250 Milliarden Dollar in Luft auf.

Damit schreibt Facebook Börsengeschichte. Noch nie verlor ein Unternehmen an der Börse in absoluten Zahlen so viel Geld an einem Tag. Das Vermögen von Konzernchef und Gründer Zuckerberg verringerte sich innerhalb eines Tages um 29 Milliarden Dollar.

Meta sorgt für Ausverkauf an der Nasdaq

Im Sog des Facebook-Bebens erlebten vor allem Tech-Aktien einen regelrechten Ausverkauf. Die Nasdaq 100 brach in den ersten Handelsstunden um 2,6 Prozent ein. Auch die Titel anderer Anbieter von Internet-Kommunikationsplattformen kamen unter die Räder. So fielen Snap um 24 Prozent, Pinterest um zehn Prozent und der Kurznachrichtendienst Twitter um sechs Prozent. Selbst "Big Techs" wie Amazon verzeichneten herbe Kurseinbußen.

Facebook hat ein TikTok-Problem. Das räumte Mark Zuckerberg ein. "Die Leute haben jede Menge Auswahl, wie sie ihre Zeit verbringen wollen - und Apps wie Tiktok wachsen sehr schnell", sagte er in einer Telefonkonferenz. Seine Plattform werde künftig noch stärker auf kurze Videos setzen, kündigte der 37-Jährige an.

Facebook hat ein Wachstumsproblem

Das weltgrößte Online-Netzwerk gewann im vergangenen Quartal erstmals kaum neue Nutzer. Die Zahl täglich aktiver Mitglieder sank sogar um rund eine Million. Im ersten Quartal des laufenden Jahres wird Facebook kaum noch wachsen. Der Konzern stellte lediglich 27 Milliarden bis 29 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Das bedeutet, dass die Erlöse im Jahresvergleich schlimmstenfalls nur noch um drei Prozent zulegen werden. Die Quartale zuvor hatte Facebook in der Corona-Pandemie die Anleger noch mit üppigen zweistelligen Wachstumsraten verwöhnt.

Experten zweifeln an der Wachstumsstory des Facebook-Konzerns. Analyst Ross Sandler von der britischen Investmentbank Barclays fragt sich, ob das Management das Wachstum von Facebook retten könne oder ob Facebook im Niedergang sei.

TikTok und Regulierer setzen Facebook zu

Der Konzern gerate durch Konkurrenten wie Tiktok, durch das Überwachen von Werbekampagnen im Internet durch Apple, durch Wettbewerbsbehörden und Politiker sowie durch die öffentliche Kritik am Umgang mit kontroversen Inhalten immer stärker unter Druck, meint Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank. Der eingeschlagene Weg ins "Metaversum" sei teuer - sowohl, was die Mitarbeiter als auch die Technologie und die Inhalte betreffe. "Harte Wirklichkeit trifft auf virtuelle Realität", sagt er.

Der bekannte Tech-Analyst Douglas Anmuth von der US-Bank JPMorgan stufte erstmals seit dem Facebook-Börsengang die Meta-Anteilscheine auf "Neutral" ab. Damit hat Facebook einer seiner wichtigsten Fans an der Wall Street verloren.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Februar 2022 um 18:00 Uhr.