Logo der Schweizer Bank UBS | REUTERS

EU-Kommission Millionenstrafe gegen Bankenkartell

Stand: 20.05.2021 14:56 Uhr

Weil sie illegale Preisabsprachen getroffen haben, müssen mehrere internationale Banken insgesamt 371 Millionen Euro Strafe zahlen. Einige der beteiligten Geldhäuser gingen allerdings straffrei aus.

Die EU-Kommission hat eine Strafe von insgesamt 371 Millionen Euro gegen mehrere internationale Investmentbanken verhängt, die ein Kartell gebildet und sich damit an europäischen Staatsanleihen beteiligt haben.

Wie die Brüsseler Wettbewerbshüter mitteilten, hatten sich die Banken von 2007 bis 2011 - also vor allem während der internationalen Finanzkrise - abgesprochen: Sie informierten sich gegenseitig über ihre im Vorfeld von Auktionen angebotenen Preise und Mengen sowie über ihre Bieterstrategie. Diese Absprachen auf Kosten der Mitgliedstaaten seien "inakzeptabel", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

UBS muss am meisten zahlen

Insgesamt waren sieben Banken beteiligt - von denen aber nur drei Geldstrafen bekamen: Die höchste erhielt das Schweizer Finanzinstitut UBS mit gut 172 Millionen Euro. Die Bank erklärte bereits, den Entscheid anfechten zu wollen. Die japanische Nomura-Bank muss knapp 130 Millionen Euro und die italienische UniCredit knapp 69 Millionen Euro zahlen.

Firmenschild und Eingangsbereich des WestLB Nachfolge-Instituts Portigon | WDR/dpa/Vennenbernd, Rolf

Der WestLB-Nachfolger hatte vergangenes Jahr keinen Nettoumsatz - und muss deshalb nichts zahlen. Bild: WDR/dpa/Vennenbernd, Rolf

Nachfolger der WestLB kommt ohne Strafe davon

Vier weitere Banken kamen straffrei davon: Gegen die 2012 abgewickelte WestLB konnte keine Geldbuße verhängt werden, weil ihr Rechtsnachfolger Portigon im vergangenen Jahr keinen Nettoumsatz hatte.

Die Bank of America und das französische Institut Natixis hatten das Kartell bereits fünf Jahre vor Beginn der EU-Ermittlungen verlassen und lagen somit außerhalb der Verjährungsfrist für die Verhängung von Geldbußen. Auch die britische NatWest-Bank kam ungestraft davon - sie hatte das Kartell in Brüssel angezeigt.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 20. Mai 2021 um 13:15 Uhr.