Straßenbahn in Berlin | picture alliance / Markus Mainka

Energie-Entlastungspaket Pro Bahn kritisiert 9-Euro-Ticket

Stand: 25.03.2022 12:18 Uhr

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat das geplante 9-Euro-Ticket der Ampel-Koalition im ÖPNV scharf kritisiert. "9 für 90" sei ein populistischer Schnellschuss ohne nachhaltige Wirkung.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat massive Kritik am geplanten 9-Euro-Ticket im öffentlichen Nahverkehr geäußert. "'9 für 90' ist aus unserer Sicht ein populistischer Schnellschuss ohne nachhaltige Wirkung", sagte der Sprecher von Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)".

Die Ampel-Koalition hatte gestern wegen der hohen Energiepreise ein Entlastungspaket vereinbart, das unter anderem eine befristete Einführung von Fahrscheinen für neun Euro pro Monat im ÖPNV vorsieht. Der Bund will für das "9 für 90"-Ticket die Regionalisierungsmittel, mit denen er die Länder beim ÖPNV-Angebot unterstützt, erhöhen.

Erhöhung der Regionalisierungsmittel bislang nicht erfolgt

Aus Sicht von Pro Bahn wäre es dagegen sinnvoller, die Gelder in den Ausbau des ÖPNV zu investieren. Außerdem monierte der Fahrgastverband, dass zu viele Fragen zur praktischen Umsetzung offen seien.

Auch das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene kritisierte das Vorhaben der Bundesregierung. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Erhöhung der Regionalisierungsmittel sei bislang nicht erfolgt. "Daran ändert auch das jetzt beschlossene Neun-Euro-Ticket für drei Monate nichts", betonte Geschäftsführer Dirk Flege gegenüber dem "RND".

Wirtschaftsweise befürwortet 9-Euro-Ticket

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm begrüßte dagegen die Pläne der Ampel-Parteien. "Es ist, glaube ich, richtig, Menschen mit niedrigen Einkommen, bedürftige Menschen, auch zu entlasten. ÖPNV zu vergünstigen, das ist ebenfalls richtig", sagte sie im Deutschlandfunk. Sie kritisierte allerdings die Senkung der Benzinpreise in Bezug auf den Klimaschutz als kontraproduktiv.

Derweil betonte die Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, im Hinblick auf das geplante Ticket, dieses gelte auch für Fahrgäste mit bestehendem Monatsabo. "So entlasten wir gezielt auch die, die heute schon den ÖPNV nutzen", teilte sie auf Twitter mit. Die Verkehrsminister von Bund und Ländern beraten heute über den Ausbau des ÖPNV. Thema dürfte dabei auch die Umsetzung des 9-Euro-Tickets sein, das es in einem Zeitraum von 90 Tagen geben soll.