Die "Neptune" im Seenebel vor dem Hafen von Mukran auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. | dpa

Nutzung von Flüssigerdgas Erstes Spezialschiff in Deutschland eingetroffen

Stand: 23.11.2022 12:47 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern ist die "Neptune" eingetroffen - und damit das erste Schiff, das an Bord flüssiges Erdgas umwandeln soll. Doch noch ist die geplante Inbetriebnahme Anfang Dezember nicht ganz sicher.

Im Kampf gegen die Energiekrise und um unabhängig von russischen Energieressourcen zu werden will die Bundesregierung künftig auch auf Flüssigerdgas setzen. Das erste Spezialschiff mit der für die Umwandlung notwendigen Energie ist nun in Mecklenburg-Vorpommern eingetroffen.

Im Laufe des Tages soll die "Neptune" im Hafen von Mukran auf der Insel Rügen einlaufen, teilte das Unternehmen Deutsche Regas mit. Von dort aus soll es nach notwendigen Vorbereitungen weiter in den Industriehafen von Lubmin bei Greifswald gebracht werden und als schwimmendes Terminal für Flüssigerdgas (LNG) dienen. Das Schiff kommt aus Wales und gelangte in den vergangenen anderthalb Wochen über die Nordsee auf dem Weg um Norddänemark herum in die Ostsee.

Bei der mehr als 280 Meter langen "Neptune" handelt es sich um eine sogenannte Floating Storage and Regasification Unit, kurz FSRU. Diese Spezialschiffe können flüssiges LNG aufnehmen, erwärmen und in Gas umwandeln.

Genehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen

In Lubmin soll das Schiff an Gasfernleitungen angebunden werden, die in direkter Nachbarschaft zum Hafen des Ortes verlaufen. Für den Betrieb sollen kleinere Schiffe flüssiges LNG von einem auf der Ostsee liegenden Speicherschiff aufnehmen, das wiederum von Tankern beliefert werden soll. Die kleineren Shuttle-Schiffe sollen das LNG dann durch den flachen Greifswalder Bodden in den Lubminer Hafen zur "Neptune" transportieren.

Den Plänen von Deutsche Regas zufolge soll die "Neptune" ab dem 1. Dezember einsatzbereit sein. Doch noch steht eine notwendige Genehmigung des zuständigen Landesamtes aus. Noch bis kommenden Montag können Einwände gegen das Projekt eingereicht werden.

"Zentraler Baustein" für Energieversorgung

Die Ampel-Koalition verspricht sich von der LNG-Nutzung laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck einen "zentralen Baustein für die Sicherung unserer Energieversorgung im kommenden Winter" - auch wenn die bundesweiten Erdgasspeicher laut Bundesnetzagentur derzeit zu 100 Prozent gefüllt sind.

Trotzdem sollen auch im niedersächsischen Wilhelmshaven und in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein noch in diesem Jahr LNG-Schwimmterminals an den Start gehen. Bisher erhalten Deutschland und andere europäische Länder das über die Niederlande, Belgien oder Frankreich aufgenommene LNG vor allem aus den USA. Zu den größten Exporteuren zählt auch Katar - hier bemüht sich die Bundesregierung um intensivere Kooperationen. Weitere wichtige LNG-Ausfuhrländer sind Australien, Malaysia oder Nigeria.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 23. November 2022 um 12:36 Uhr.